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IWF-Direktor Rato: Fonds muss auch „Nein“ sagen können

Der neue Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato, hat sich für eine restriktivere Kreditvergabe der Finanzorganisation eingesetzt. "Wir brauchen einen IWF, der auch Nein sagen kann", sagte Rato am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion in Washington. "Die Aussicht, dass der Fonds finanzielle Hilfe ablehnen könnte, würde die Anreize für eine gesunde Politik stärken und damit die Notwendigkeit einer Unterstützung durch den Fonds von vornherein schmälern." Rato sprach vor der Jahrestagung von IWF und Weltbank, die am Samstag in Washington beginnt.

dpa-afx WASHINGTON. Der neue Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato, hat sich für eine restriktivere Kreditvergabe der Finanzorganisation eingesetzt. "Wir brauchen einen IWF, der auch Nein sagen kann", sagte Rato am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion in Washington. "Die Aussicht, dass der Fonds finanzielle Hilfe ablehnen könnte, würde die Anreize für eine gesunde Politik stärken und damit die Notwendigkeit einer Unterstützung durch den Fonds von vornherein schmälern." Rato sprach vor der Jahrestagung von IWF und Weltbank, die am Samstag in Washington beginnt.

Der IWF hatte im Sommer selbstkritisch festgestellt, dass er die schwere Wirtschaftskrise in Argentinien 2001 mitzuverantworten hat, weil er dem Land zu lange Geld lieh, ohne eine Strategieänderung in der Wirtschaftspolitik zu verlangen.

Rato setzte sich dafür ein, die Überwachungstätigkeit des IWF zu stärken. Dies sei in den vergangenen Jahren - unter Ratos Vorgänger, dem heutigen Bundespräsidenten Horst Köhler - bereits getan worden. So richtete Köhler eine eigene Abteilung ein, die zwei Mal im Jahr eine Einschätzung über Zustand der Finanzmärkte und Risiken veröffentlicht. Die Effektivität der Überwachung könne aber noch gesteigert werden, meinte Rato, etwa durch größere Transparenz. Er forderte alle Mitgliedsländer auf, die auf Wunsch vertraulichen IWF-Einschätzungen der Wirtschaftslage der Mitgliedsländer publik zu machen. 75 Prozent der Mitglieder tun dies bereits, viele Länder, vor allem in Asien, dagegen nicht.

Der Exekutivrat des IWF, in dem die Mitgliedsländer vertreten sind, betonte am Donnerstag, dass langfristige Entwicklungshilfe nicht die Aufgabe des Fonds sei. Vielmehr solle die Finanzorganisation sich auf Beratungshilfe konzentrieren, um Mitglieder zu makroökonomischer Stabilität zu verhelfen. Sie regten IWF-Programme an, die intensive Beratung, aber keine Kredite bieten. Bislang sind alle IWF-Programme mit Kreditlinien verbunden.

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