IWH: Vertrauenskrise führt nicht zu neuer Rezession
Aufschwung kommt später, aber er kommt

Immer neue Tiefschläge aus den USA - wie die Insolvenz von Worldcom - haben aus Sicht von Udo Ludwig, Konjunkturexperte des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), in der Wirtschaft zu einer "Stimmungsflaute" und "Phase der Verunsicherung" geführt.

HB DÜSSELDORF. Das Vertrauen in die "Robustheit der US-Wirtschaft" sei erschüttert worden. Deswegen werde der Aufschwung in Deutschland ein Quartal später als erwartet einsetzen. "Es sieht im Moment eher so aus, dass der Aufschwung, sollte er im laufenden Jahr noch kommen, erst im vierten Quartal kommt", sagte Ludwig gestern im Gespräch mit der Nachrichtenagentur vwd.

Dennoch sieht der IWH-Konjunkturexperte den Aufschwung durch die Ereignisse in den USA nicht gefährdet. "Ich glaube nicht, dass es in den USA zu einer Rezession kommt, und dass das jetzt zum konjunkturellen Einbruch in Deutschland und Europa führt", sagte Ludwig. "Der Aufschwung ist eigentlich in der Pipeline", sagte der IWH-Konjunkturexperte. Das IWH, eines der sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute, rechnet in diesem Jahr weiterhin mit einem Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts von 0,9 % und 2003 mit 2,5 %. Damit liegt das Institut auf einer Linie mit den Prognosen anderer Ökonomen. Der aktuelle Quartals-Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter 20 Volkswirte von Banken und Wirtschaftsforschungsinstituten zufolge, rechnen die Experten im Durchschnitt mit einem Plus von 0,9 % im Jahr 2002; 2003 werde die Wirtschaft um 2,4 % wachsen. Noch im April lagen die Erwartungen im Mittel bei 0,7 %.

Vorbote des Aufschwungs sind für Ludwig die seit Monaten verbesserten Erwartungen deutscher und europäischer Unternehmer zur künftigen wirtschaftlichen Entwicklung. Auch die Nachfrage dürfte sich seiner Meinung nach bald beleben. Denn durch die beschlossenen Lohnerhöhungen hätten die Arbeitnehmer mehr Geld im Portemonnaie. "Das werden sie dann auch ausgeben und nicht alles auf die hohe Kante legen", ist der IWH-Konjunkturexperte überzeugt. Mit einer Leitzinserhöhung der Europäische Zentralbank (EZB) rechnet er erst zu Beginn 2003.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%