Archiv
Iwka-Vorstand auf Hauptversammlung entlastet - Teilsieg gegen RebellenDPA-Datum: 2004-07-09 17:58:08

(dpa-AFX) Frankfurt - Im Machtkampf mit rebellierenden Großaktionären hat der Vorstand des Maschinenbaukonzerns Iwka < IWK.ETR > einen Teilsieg davongetragen. Auf der Hauptversammlung wurde der Vorstand mit über 60 Prozent entlastet.

(dpa-AFX) Frankfurt - Im Machtkampf mit rebellierenden Großaktionären hat der Vorstand des Maschinenbaukonzerns Iwka < IWK.ETR > einen Teilsieg davongetragen. Auf der Hauptversammlung wurde der Vorstand mit über 60 Prozent entlastet.

Drei Großaktionäre, die zusammen 18,4 Prozent halten, hatten zuvor angekündigt, dem Vorstand die Entlastung zu verweigern, weil er sich ihrer Forderung für eine Konzentration auf die profitabelste Sparte, das Robotergeschäft, verweigert. Da auf der Hauptversammlung nur weniger als 48 Prozent des Grundkapitals anwesend waren, war der Rebellion eine Chance eingeräumt worden. Am Ende stimmten 62,527 Prozent des anwesenden Grundkapitals für die Entlastung des Vorstandes.

Aktie Verliert

Die Aktie der im Mdax notierten Iwka, die in der Vergangenheit unter den Spekulationen um eine Aufspaltung des Konzerns kräftig gestiegen war, verlor am Freitag deutlich. Bis 17.10 Uhr notierte sie mit einem Minus von 2,8 Prozent bei 19,09 Euro.

Der US-Investor Guy Wyser-Pratte, einer der rebellierenden Großaktionäre, hatte sich erst am Dienstag im Gespräch mit dpa-AFX zuversichtlich gezeigt, dass er die Auseinandersetzung gewinnt. "Den Machtkampf gewinne ich. Nach den Gesprächen mit anderen Großinvestoren bin ich zuversichtlich, dass das Management von Iwka am Freitag entmachtet werden könnte", hatte Wyser-Pratte am Dienstag in New York gesagt. Guy Wyser-Pratte, der 6,5 Prozent hält, wird unterstützt vom britischen Hermes-Fonds (7 Prozent) und dem Threadneedle-Fonds (4,9 Prozent). Beide Fonds hatten in der Karlsruher Stadthalle Flugblätter mit der Aufforderung zur Verweigerung der Entlastung des Vorstandes verteilt.

Wyser-Pratte hatte betont, dass die Iwka-Anlagensparte, die hauptsächlich die in der Automobilfertigung zum Einsatz kommenden Schweißroboter "Kuka" baut, eine Rendite von 34 Prozent auf das investierte Kapital erwirtschaftet. "Der Gesamtkonzern kommt nur auf etwa 11 Prozent. Das zeigt doch, wie schwach die anderen Bereiche sind". Das amtierende Management habe in der Vergangenheit gezeigt, dass es "nicht in der Lage ist, diese Bereiche richtig profitabel zu gestalten".

Vorstandschef Verteidigt Strategie

Der Vorstandschef des Maschinenbaukonzerns, Hans Fahr, hatte vor den Aktionären seine Strategie der Ausrichtung auf mehrere Geschäftsfelder hingegen verteidigt. "Eine Konzentration auf Roboter mit ein bisschen Anlagengeschäft bedeutet die Zerschlagung der Iwka", sagte Fahr am Freitag unter dem Beifall der meisten Aktionäre in Karlsruhe. Der Vorstand setze weiter auf die drei Bereiche Robotertechnik, Automobiltechnik und Verpackungstechnik, bei denen es Synergieeffekte gebe. Fahr gab weiter bekannt, dass der Maschinenbaukonzern für 2004 stagnierende Umsätze und ein höheres operatives Ergebnis erwartet.

Doch der Machtkampf um die richtige Strategie des Konzerns könnte weitergehen. Auf die Frage, ob seine Anteile verkaufen werde, wenn er auf der Hauptversammlung sein Ziel nicht erreichte, hatte Wyser-Pratte gesagt: "Ich bin nicht die Art von Person, die dann ihren Anteil verkauft. Dann versuchen wir es eben weiter und rufen eine außergewöhnliche Hauptversammlung ein".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%