J.P. Morgan erwartet in den kommenden Monaten viele Fusionen
Internet-Aktien sind immer noch überbewertet

J.P. Morgan erwartet in den kommenden Monaten viele Fusionen.

nac FRANKFURT/M. Keine Entwarnung für europäische Internet-Unternehmen, die sich direkt an Verbraucher wenden (B2C): Die amerikanische Investmentbank J.P. Morgan hält die großen Werte der Branche nach wie vor für überbewertet. "Die Kurse spiegeln das Wachstum, nicht aber das Risiko wieder", schreibt Analyst Jamie Wood in einer neuen Studie. Im Vergleich zu den USA gebe es eklatante Unterschiede in der Bewertung. Während in Europa der Durchschnittswert je Nutzer 3100 Euro betrage, bringe es selbst ein US-Top-Wert wie Yahoo nur auf 1 200 Euro.

Um überleben zu können, sei es für viele europäische Unternehmen notwendig, sich mit anderen zusammenzuschließen oder Kooperationen zu bilden. "Dies wird das prägende Thema in den kommenden Monaten sein", schreibt Wood.

Hintergrund ist die steigende Übertragungskapazität des Internets. Da es demnächst problemlos möglich sein wird, auch umfangreiche Datenmengen wie Videos in akzeptabler Qualität über das Netz zu transportieren, müssen die Internet-Unternehmen ihr Inhalts-Angebot (Content) aufrüsten, wenn sie im Wettbewerb vorne liegen wollen. Den großen Unterhaltungskonzernen kommt dabei eine Schlüsselrolle beim nächsten Entwicklungsschritt des Internets zu. Die Frage ist, ob sie bereit sind, ihr umfangreiches Angebot durch Kooperationen oder Fusionen den "dot.coms" zur Verfügung zu stellen, oder ob sie auf den traditionellen Vertriebswegen bestehen. Der Erfolg der Musik-Tauschbörse "Napster" zeigt, welches Potenzial die Distribution über das Internet hat.

T-Online braucht mehr Inhalte

J.P. Morgan teilt die B2C-Internet-Gesellschaften in drei Kategorien ein. Bei der ersten Gruppe (Yahoo Europe, Terra Lycos, BSkyB, Excite Cello) handele es sich um große "Multi-Plattform-Portale", die durch ihre strategische Ausrichtung und ihr Potenzial die Möglichkeit haben, ihren Weg auch alleine zu gehen. Die nötigen Fusionen haben sie bereits hinter sich. In der Bewertung schneiden diese Unternehmen am besten ab.

Gruppe Zwei (Vizzavi, AOL Europe, Tin.it, T-Online und Wanadoo) müsse sich durch den Zukauf von weiteren Plattformen und Inhalten noch verstärken. Besonders T-Online rät Analyst Wood, das Inhalts-Angebot deutlich auszubauen.

Den Unternehmen in Gruppe Drei (Freeserve, Tiscali, World Online) mangele es an Größe. Für sie sei es daher dringend notwendig, Allianzen mit anderen Unternehmen abzuschließen, um dauerhaft am Markt bestehen zu können.



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