Ja, Rom hat ihn wieder...
Rückkehr eines alten Freundes

Als Mittelstürmer wurde Rudi Völler bei AS Rom gefeiert - jetzt soll er das Team als Trainer ganz nach oben führen.

ROM. "Rudi, hilf uns!" Auf der Internetseite des italienischen Fußballclubs AS Rom gibt es seit Donnerstag vergangener Woche nur noch ein Thema. Deutsche in Rom werden plötzlich von bislang wortkargen Nachbarn angehalten: "Hören Sie, Sie wissen doch bestimmt mehr: Kommt er jetzt? Kommt er?" Am Dienstagmittag, als sich die Gerüchte um den ominösen Rudi verdichten, steigt der Börsenkurs des AS Rom um 0,86 Prozent - und die Internetseite des Vereins ist nur nach endlosen Wartezeiten erreichbar. Dann wird es offiziell: Rudi kommt

.

Ja, Rom hat ihn wieder, den - laut Zeitungen - "geliebten, ersehnten, charismatischen" Stürmer von einst. Rudi Völler, der ehemalige Bundestrainer, ist seit gestern der neue Coach des AS Rom. Er kehrt zurück in die Stadt, in der er die "schönste Zeit in meinem Fußballerleben" verbracht hat, in der er seine Frau Sabrina kennen lernte und noch immer ein Haus hat.

Womit die guten Nachrichten für Völler aufhören und die Probleme beginnen. Roma hat mehr als 110 Millionen Euro Schulden durch teure Spielergehälter und ausstehende Steuernachzahlungen an den Staat angehäuft. Ein Großteil der Leistungsträger musste den Club deswegen vor dieser Saison verlassen. Wenn die Regierung des Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi nicht ein großzügiges Rabattsystem für reuige Steuersünder aufgelegt hätte, dann hätte der AS Rom schon längst zumachen müssen.

Im Frühjahr wollte Franco Sensi, der 78-jährige Ölmagnat und Präsident des AS Rom, seinen teuren Zuschussbetrieb an Roman Abramowitsch, den Besitzer des FC Chelsea London, abstoßen. Aber nach eingehender Kassen- und Kontenprüfung verzichtete der russische Milliardär dankend. Sensi musste ans Familiensilber, um den AS Rom zu retten: Ein Riesenhotel in Rom hat er verkauft und eine Tageszeitung in Ancona, seine Beteiligungen an der römischen Flughafengesellschaft sind weg, genauso wie ein Großteil seiner Aktien an der Holding Italpetroli. Aber die Kollekte für den Rest der notwendigen Schuldentilgung blieb bis jetzt unter allen Erwartungen; Spieler und Investoren wollen nicht, wie sie sollen.

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