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«Jack the Hair» Stewart wird 65

Milton Keynes (dpa) - Er war ein Formel-1-Popstar, der erste Großverdiener der Fahrer-Zunft oder ganz einfach «Jack the Hair». Ein Original ist Jackie Stewart immer noch - und aus der Formel 1 nicht wegzudenken.

Milton Keynes (dpa) - Er war ein Formel-1-Popstar, der erste Großverdiener der Fahrer-Zunft oder ganz einfach «Jack the Hair». Ein Original ist Jackie Stewart immer noch - und aus der Formel 1 nicht wegzudenken.

Noch immer ist der dreimalige Weltmeister aktiv im Geschäft. Als Repräsentant von Jaguar und Ford taucht der «fliegende Schotte», wie er früher auch genannt wurde, immer noch bei vielen Grand Prix auf. Stewart, mittlerweile zu «Sir Jack» geadelt, ist 65 Jahre alt. Doch an Ruhestand denkt er noch lange nicht. «Ich bin immer noch am Geschäftsleben interessiert und werde in einem ähnlichen Tempo weiter machen wie bisher», sagte Stewart der dpa über seine Zukunftspläne.

Er war ein Idol, aber für seinen berühmtesten Nachfolger unter den Champions schwärmt auch Stewart. «Ich habe eine sehr hohe Meinung von Michael Schumacher, seinen Fähigkeiten und seiner mentalen Stärke. Außerdem ist es sehr beeindruckend, wie er Ferrari und die Mitarbeiter motiviert hat», lobte der Schotte den heutigen Superstar.

John Young Stewart, wie er eigentlich heißt, war zu seiner Zeit als Pilot ein herausragender Botschafter seines Sports wie Schumacher heute. Er holte die WM-Titel 1969, 1971 und 1973, war Führungsfigur, Vorreiter im Kampf um Sicherheit und Professionalität. Er war quasi der Erfinder der Kombination aus Pilot und Geschäftsmann. Der Mann, dessen Vermögen heute auf etwa 45 Millionen Euro geschätzt wird, war der erste Fahrer, der seinen Namen professionell vermarktete und einschließlich Werbeverträge insgesamt eine siebenstellige Summe verdient haben soll. So muss er auch nicht neidisch auf die heutige Fahrergeneration und deren Gehälter schielen: «Ich beneide andere Leute nie. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben - mit der finanziellen Seite und den Autos, die ich gefahren bin.»

Was das Auftreten angeht, haben Stewart und Schumacher aber nicht viel gemein. Stewart trug anders als der sachliche Deutsche ein auffälliges Outfit. Seinen Spitznamen erhielt der 27-malige Grand-Prix-Sieger wegen seiner schulterlangen Haare; zudem tauchte er gern mit riesigen Sonnenbrillen und schwarzer Kappe auf.

Als junger Mann hatte er im Gegensatz zu seinem Bruder Jim keine Ambitionen auf eine Motorsport-Karriere gehabt. In der schottischen Kleinstadt Dumbarton arbeitete er in der Autowerkstatt seines Vaters, aber sein sportlicher Ehrgeiz gehörte dem Tontaubenschießen. Als Mitglied im britischen Nationalteam reiste er 1960 sogar zu den Olympischen Spielen nach Rom.

1964 erhielt er von Ken Tyrrell die Chance auf einen langfristigen Vertrag in der Formel 3. Als der Teamchef 10 000 Pfund unter der Bedingung bot, fortan an Stewarts künftigen Einnahmen zu zehn Prozent beteiligt zu sein, lehnte der Schotte ab und unterschrieb nur für ein Jahr. 1965 erhielt er bei BRM den ersten Formel-1-Vertrag. Der erste WM-Titel folgte 1969 im Team Matra, die Titel Nummer zwei und drei feierte er 1971 und 1973 im Tyrell-Team.

Die zweite Formel-1-Karriere begann 1997, als Teamchef zusammen mit Sohn Paul. 1999 verkaufte er es an den Autohersteller Ford. Zwischenzeitlich war die Sorge um seinen Sohn groß, der an Krebs erkrankte. Mittlerweile ist Paul wieder gesund. Es war der glücklichste Moment seines Lebens, «als ich die Nachricht erhielt, dass Paul den Krebs überwunden hatte», so Stewart heute. Auch der 65. Geburtstag gehört der Familie. Er feiert «privat, mit meiner Frau, meinen Kindern und maximal einem oder zwei guten Freunden».

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