Jack White machte bei Julius Bär sechs Millionen Mark Miese
Jack White klagt gegen Fondsgesellschaft

Erstmals in Deutschland hat mit dem Musikproduzenten Jack White ein enttäuschter Anleger Klage gegen eine Fondsgesellschaft erhoben.

afp FRANKFURT. Im Auftrag seines Mandanten habe er beim Landgericht Frankfurt am Main Klage gegen die Julius-Bär-Gruppe eingelegt, sagte Rechtsanwalt Klaus Nieding am Dienstag. Die Gesellschaft habe falsch beraten und sei ein unzulässiges Risiko bei der Geldanlage eingegangen. Sein Mandant habe mit dem Julius Bär Creativ Fonds sechs Millionen Mark Miese gemacht. Diese Summe fordere er nun als Schadensersatz.

White wirft dem damals zuständigen Fondsmanager vor, ihn in einem persönlichen Gespräch falsch beraten zu haben. Unter anderem sei ihm auf eine entsprechende Frage ausdrücklich versichert worden, dass es bei dem betroffenen Fonds keine Risiken gebe. Außerdem sei gegen die gesetzlichen Vorgaben der Risikomischung verstoßen worden, indem 64 Prozent der Werte Start-ups waren beziehungsweise vom Neuen Markt kamen, sagte Nieding. Zudem habe im Verkaufsprospekt nicht gestanden, dass der Fonds hauptsächlich in den Neuen Markt investieren wolle. Vielmehr sei dort die Rede von «erfolgreichen Unternehmen am geregelten Wetpapiermarkt» gewesen. White erlebte mit dem Fonds einen Wertverlust von 85 Prozent.

Der Musikproduzent will notfalls bis zum Bundesgerichtshof klagen, um zu seinem Recht zu kommen. Nieding wurde nach eigenen Angaben inzwischen von rund 80 weiteren Julius-Bär-Kunden beauftragt, den Sachverhalt zu prüfen.

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