Jäggi muss warten
Bei Kaiserslautern geht es in Zukunft rund

Der 1. FC Kaiserslautern zieht Lehren aus der unrühmlichen jüngsten Vergangenheit: Seilschaften und Klüngelei soll es in der Führungsetage des pfälzischen Fußball-Bundesligisten in Zukunft nicht mehr geben.

HB/dpa KAISERSLAUTERN. Der erste Beschluss des neuen Aufsichtsrats untermauert diesen Willen. Die Lauterer setzen in dem Kontrollgremium künftig auf Rotation und wollen jährlich ein anderes Aufsichtsratsmitglied zum Vorsitzenden bestimmen. "Damit ist einer Seilschaft der Boden entzogen", glaubt der ehemalige Nationalspieler Hans-Peter Briegel (47), der diesen Vorschlag einbrachte.

Die geplante Ernennung von René C. Jäggi vom Notvorstand zum ordentlichen Vorstandsvorsitzenden vertagte das Gremium. Zwar stimmten die Räte grundsätzlich der Berufung zu, doch sollen auf Wunsch des Schweizers von der Ernennung vom Aufsichtsrat vertragliche Details auf Inhalt und Rechtmäßigkeit überprüft werden. Der formale Akt der Vertragsunterzeichnung soll nach Informationen des FCK- Pressesprechers Michael Novak vom Freitag in den nächsten Tagen erfolgen. "Jäggi ist ein guter Mann und für den 1. FC Kaiserslautern in der jetzigen wirtschaftlich schwierigen Situation genau der richtige Mann", stellte Briegel dem Schweizer ein gutes Zeugnis aus.

Keine Gutsherren-Art mehr

Einen "starken Mann", wie es in der Vergangenheit der Aufsichtsrats-Vorsitzende Robert Wieschemann war, soll es künftig nicht mehr geben. Wieschemann hatte in den vergangenen sechs Jahren oft in Gutsherren-Art Alleingänge gestartet und seine Kollegen hinterher vor vollendete Tatsachen gestellt - wenn er sie überhaupt über wesentliche Geschäftsvorgänge und Personalien informierte.

Erster Chef des Kontrollgremiums ist ein Wirtschaftsexperte aus dem Lager des designierten Vorstandsvorsitzenden. Einstimmig wählten die Mitglieder Hochschulprofessor Walter Ruda (Annweiler) für ein Jahr zum Vorsitzenden. Jäggi und Ruda arbeiteten einst beim Sportartikelhersteller "Adidas" in Herzogenaurach zusammen. Für den Aufsichtsrat vorgeschlagen hatte den 45-Jährigen der frühere Lauterer Bundesligaprofi Axel Roos. Er nahm nach Beendigung seiner Fußball- Karriere ein Betriebswirtschafts-Studium an der Fachhochschule Zweibrücken auf, an der Ruda lehrt. Zudem ist er Vorstand für Finanzen, Controlling und Investor Relations der CDV Software Entertainment AG in Karlsruhe.

Ruda, der das operative Geschäft dem Vorstand überlassen will, ist auch in Kreisen des FCK kein Unbekannter. Anfang der 90er Jahre war er als Geschäftsführer des Sportbekleidungs-Unternehmens "Erima" für einige Jahre Trikotaustatter des pfälzischen Clubs. Die Kooperation war fruchtbar und könnte ein gutes Zeichen für die Zukunft sein. Mit Ruda und "Erima" wurde der FCK Meister (1991) und Pokalsieger (1990).

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