Jährliches Umsatz-Potenzial von über einer Milliarde Dollar: Novartis übernimmt Pfizer-Medikament

Jährliches Umsatz-Potenzial von über einer Milliarde Dollar
Novartis übernimmt Pfizer-Medikament

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis übernimmt vom US-Konzern Pfizer dessen Inkontinenz-Medikament Darifenacin. Novartis zahle abhängig von erfolgten Zulassungen in den USA und in Europa bis zu 225 Millionen Dollar, teilte der Schweizer Konzern am Dienstag mit.

Reuters BASEL. Darifenacin, das unter dem Namen Enablex vermarktet wird, soll im Jahr 2004 in den USA und in der EU auf den Markt kommen, so Novartis weiter. In den USA wurde der Zulassungsantrag im Dezember 2002 zur Prüfung eingereicht. Analysten rechnen damit, dass das Medikament das Potential für einen jährlichen Umsatz von über einer Milliarde Dollar hat.

Die Devestition des experimentellen Medikamentes war eine Auflage der Behörden im Zuge der Fusion von Pfizer mit Pharmacia Corp. Pharmacia vermarktet ebenfalls ein Inkontinenz-Medikament namens Detrol LA, das 2002 einen Umsatz von 757 Millionen Dollar erzielte.

Detrol LA und Ditropan XL von Johnson & Johnson's sind gegenwärtig die zwei Standard-Behandlungen für Patienten mit Blasenschwäche. Die Wettbewerbshüter zeigten sich besorgt darüber, dass eine weitere Marktkonzentration den Wettbewerb einschränken könnte. GlaxoSmithKline Plc wurde ebenfalls als Bieter für Darifenacin gehandelt. Glaxo musste jüngst Rückschritte in der Forschung und Entwicklung hinnehmen und sah sich mit Patentschwierigkeiten konfrontiert.

Novartis schätzt, dass weltweit 50 bis 200 Millionen Personen an Problemen mit der Blasenkontrolle leiden. Der Markt in diesem Bereich wachse jährlich um 30 Prozent, wird Novartis-Chef Daniel Vasella in der Medienmitteilung zitiert. Enablex stärke die Position von Novartis vor allem im US-Markt, der 70 Prozent des weltweiten Marktes zur Behandlung von Blasenschwäche darstelle.

Der Broker Wood Mackenzie sieht bei Medikamenten zur Behandlung von Inkontinenz in der laufenden Dekade ein jährliches Wachstum von 22,5 Prozent. 2010 dürften sich die Verkäufe auf 13 Milliarden Dollar belaufen, so der britische Broker.

In einem Kommentar einer Schweizer Bank hiess es, der von Novartis bezahlte Preis sei günstig und niedriger, als eine Eigenentwicklung gekostet hätte. Enablex scheine darüber hinaus besser zu sein als der momentane Umsatzspitzenreiter Detrol LA und passe gut ins Novartis-Portfolio.

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