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Jagenberg-Papiertechnik offenbar vor Verkauf an Voith

Die seit langem zum Verkauf stehende Rheinmetall-Maschinenbautochter Jagenberg AG wird nun wohl durch Teilverkäufe zerschlagen. Wie der erste Bevollmächtigte der IG Metall in Neuss, Dietrich Termöhlen, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters sagte, stehe der Verkauf der Jagenberg Papiertechnik am Standort Neuss kurz vor dem Verkauf an die Heidenheimer J.M. Voith AG.

Reuters DÜSSELDORF. Auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Mittwoch sollte wohl über den Verkauf entschieden werden. Rheinmetall wollte dies nicht kommentieren, lud aber "auf Grund der hohen Aktualität des Themas" kurzfristig für Donnerstag zu einer Pressekonferenz ein. Auch Voith wollte keine Stellungnahme abgeben.



Am Donnerstag sollen nach Angaben Termöhlens die Beschäftigten auf einer Betriebsversammlung informiert werden. Betroffen seien 600 bis 700 Mitarbeiter der Papiertechnik GmbH und der Jagenberg Maschinenbau GmbH & Co KG, die im vergangenen Jahr zusammen rund 132 Mill. Euro umsetzten. Es sei wichtig, im Zuge der Transaktion Standort und Arbeitsplätze zu sichern, sagte Termöhlen. Die gesamte Papiertechnik der Jagenberg-Gruppe erlöste im vergangenen Jahr 202,5 Mill. Euro.

Mit dem offenbar angestrebten Verkauf verblieben noch einige Gesellschaften der Papiertechnik in der Gruppe mit einem Umsatzvolumen von etwa 80 Mill. Euro sowie die Sparte Folientechnik, die 2000 knapp 169 Mill. Euro umsetzte.

Voith hatte bereits 1999 Interesse an der Papiertechnik der Jagenberg bekundet. Analysten begrüßten den möglichen Verkauf und werteten ihn als positiv für Rheinmetall. Jagenberg passe nicht zum Konzern, der auf Wehrtechnik, Elektronik und Automobilzulieferung ausgerichtet ist, hieß es. Rheinmetall sucht seit Jahren einen Käufer für seine Maschinenbau-Tochter. Die Verpackungstechnik war Ende 1999 an die IWKA AG in Karlsruhe gegangen. Gleichzeitig sollte die defizitäre Papiertechnik an die Sachsenring Automobiltechnik verkauft werden. Die vertraglich vereinbarte Transaktion scheiterte aber, da die am Neuen Markt gelistete Gesellschaft aus Zwickau die Betriebsmittelsicherung für Jagenberg in Höhe von etwa 100 Mill. Euro nicht übernehmen wollte.

Für 2000 wies die Jagenberg-Gruppe bei einem Umsatz von 386,8 Mill. Euro einen Fehlbetrag von 2,3 Mill. Euro aus und einen Betriebsverlust von 7,3 Mill. Euro. Im ersten Halbjahr 2001 verbuchte Jagenberg einen operativen Verlust von 28,9 Mill. Euro nach 28,1 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr wurde eine Verbesserung des operativen Ergebnisses angekündigt.

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