Jagoda begrüßt Ausdehnung des Kombilohn-Modells

Archiv
Jagoda begrüßt Ausdehnung des Kombilohn-Modells

Der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, hat die geplante bundesweite Ausdehnung des so genannten Mainzer Modells begrüßt.

Reuters BERLIN. Der "Berliner Zeitung " (Dienstagausgabe) sagte Jagoda, das Modell könne zwar keinen Durchbruch beim Abbau der Arbeitslosigkeit bringen, aber "wenn einige zehntausend dadurch in Arbeit kommen, ist das ein Erfolg". Das Mainzer Modell sieht Zuschüsse zu den Sozialbeiträgen vor, wenn ein Langzeitarbeitslose oder Soziahilfeempfänger eine niedrig entlohnte Arbeit annimmt. Es soll nach dem Willen der rot-grünen Koalition auf das ganze Bundesgebiet ausgedehnt werden.

Angesichts der bislang geringen Resonanz des Mainzer Modells setzte sich Jagoda für eine intensive Werbung in den Betrieben ein. Möglicherweise seien auch Anreize für Firmen notwendig, damit entsprechende Arbeitsplätze geschaffen würden, sagte der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit. Zum Abbau der hohen Arbeitslosigkeit seien aber ein kräftiges Wirtschaftswachstum, wirtschaftliche Innovation, moderate Lohnabschlüsse und ein baldiger Rückgang der Lohnnebenkosten notwendig. Im Dezember waren knapp unter vier Mill. Menschen arbeitslos gemeldet.

Der Wirtschaftsweise Jürgen Kromphardt kritisierte in der "Saarbrücker Zeitung", dass die Kombilohn-Förderung auf drei Jahre befristet werden soll. Er plädierte dafür, den Niedriglohnsektor unbefristet zu fördern. Ein Arbeitgeber schaffe nur dann neue Stellen, wenn diese auf Dauer mit einem niedrigen Lohn verbunden seien.

Unions-Fraktionschef Friedrich Merz kritisierte, das Kombilohn-Modell sei völlig unzureichend, um die Probleme auf dem Arbeitsmarkt zu lösen. Das Konzept sei zwar als Detailmaßnahme richtig, greife aber viel zu kurz, sagte Merz der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Selbst die Regierung gehe nur von 30 000 neuen Stellen aus.

In der Koalition konnten sich die Grünen mit ihrer Forderung nach einer umfassenden Subventionierung des Niedriglohnbereichs nicht gegen die SPD durchsetzen. Sie erreichten in einer knapp zweistündigen Koalitionsrunde am Montagabend jedoch steuerliche Verbesserungen für allein Erziehende. SPD-Fraktionschef Peter Struck sagte anschließend, lediglich das Mainzer Modell werde angesichts der knappen Haushaltslage bundesweit ausgedehnt. Der Vorschlag der Grünen könne nicht verwirklicht werden, weil die notwendigen Mittel von rund einer Milliarde Euro fehlten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%