Jahresfehlbetrag 2000 bei 6,1 Mill. DM
Jack White leidet unter hohen Marketingausgaben

Reuters FRANKFURT. Das Berliner Musik- und Medienunternehmen Jack White Productions hat seine bereits im Januar nach unten korrigierte Umsatz- und Gewinnerwartung für das Geschäftsjahr 2000 verfehlt. Wegen des Amerika-Engagements und verschobener Veröffentlichungstermine sei es zu Umsatzausfällen und damit zu einer Ausweitung des Jahresverlustes gekommen, teilte das am Neuen Markt gelistete Unternehmen am Montag in einer Pflichtveröffentlichung mit. Jack White gab auch bekannt, mit der Bertelsmann Music Group (BMG) USA ein Vertriebsabkommen unterzeichnet zu haben. Der Kurs verlor in einem schwachen Marktumfeld in der Spitze um mehr als 21 % und fiel auf ein neues Allzeittief von 2,90 Euro.

Der Jahresfehlbetrag im Konzern habe sich im Jahr 2000 nach HGB-Bilanzierung auf 6,1 (Vorjahr: minus 2,8) Mill. DM erhöht, nach der Rechnungslegungsvorschrift US-GAAP werde ein Netto-Verlust von 3,7 Mill. DM nach plus 1,5 Mill. DM im Vorjahr ausgewiesen, hieß es. Der Konzernumsatz habe sich auf 7,4 (4,8) Mill. DM verbessert. Im Januar 2001 hatte das Musikunternehmen seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für 2000 zurückgenommen. Jack White rechne mit einem ausgeglichenen Konzernergebnis nach US-GAAP, hieß es im Januar. Zuvor hatte das Unternehmen für 2000 noch einen Nachsteuergewinn von 7,2 Mill. DM prognostiziert. Zudem ging Jack White im Januar von einem Gruppenumsatz inklusive Minderheitsbeteiligungen von rund 28 (Vorjahr: 4,8) Mill. DM statt der ursprünglich prognostizierten Erlöse von 36,5 Mill. DM aus. Der Konzernumsatz von 4,8 Mill. DM im Vorjahr werde sich 2000 um 90 bis 100 % erhöhen, hieß es im Januar.

Von der BMG-Partnerschaft in den USA erhoffe sich Jack White eine Vervielfachung des Umsatzes im Kerngeschäft in den kommenden zwei bis drei Jahren, teilte Jack White weiter mit. BMG übernehme exklusiv den USA-Vertrieb für die amerikanischen Jack White-Gesellschaften JWP USA und HoT JWP. Damit könnten im Vergleich zum bisherigen Vertriebsvolumen vier- bis fünfmal soviele Einzelhändler wie bislang erreicht werden, hieß es. Auf Grundlage des Abkommens mit BMG würden ab sofort 47 Platten-Produktionen vertrieben, die in den USA ursprünglich bereits Ende 2000 veröffentlicht werden sollten. Für 2001 erwarte Jack White einen Konzernumsatz von über 40 Mill. DM und ein deutlich positives Nettoergebnis nach HGB und US-GAAP.

Jack White arbeite mit BMG bereits seit 30 Jahren zusammen, hieß es weiter. Jack White produziert und veröffentlicht den Angaben zufolge Musikaufnahmen, beteiligt sich an Plattenfirmen und plant, das Management von Künstlern sowie die Verwertung von Nebenrechten etwa zur Werbung zu übernehmen. Weitere Einnahmequelle sind Lizenzrechte an Musikproduktionen und Künstlern.

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