Jahresgehalt von 700 000 Pfund
Verwaayen wird neuer Chef von BT

Die Aussprache des Nachnamens werden die Briten noch üben müssen: Neuer Chef von British Telecom (BT) wird Ben Verwaayen. Der 49-jährige Niederländer ist bislang stellvertretender Chairman des US-Telekomausrüsters Lucent Technologies und soll im Februar die Nachfolge von Sir Peter Bonfield, 57, antreten, der seit 1996 BT-Chef ist und den einstigen Staatsmonopolisten an die Börse führte.

and LONDON. Allerdings übernimmt Verwaayen ein von seinem Vorgänger zerschlagenes und abgespecktes Reich: Nach der Abspaltung der Mobilfunksparte (mmO2) ist die BT Group zum eher nationalen Internet- und Festnetzanbieter geschrumpft. Für den halbierten Job gibt es denn auch nur das halbe Jahresgehalt: 700 000 Pfund - 2,2 Millionen Mark.

In London hat die Wahl des Niederländers überrascht. Ein Ausländer an der Spitze der einstigen nationalen Ikone BT - das war lange Zeit undenkbar. Zum anderen arbeitet Verwaayen zwar seit 25 Jahren in der Branchen, hat aber bislang keine Erfahrung am britischen Markt. Entsprechend kühl reagierte die Börse. Der BT-Kurs sank gestern zunächst deutlich. Vor Lucent hatte Verwaayen bis 1997 zehn Jahre für die niederländische Telekomfirma KPN gearbeitet.

Bei Lucent hat der Manager zuletzt vor allem schwierige Zeiten durchlebt und den Abbau von Tausenden von Stellen mitverantwortet. Dort habe er gelernt, mit "zwei Füßen auf der Erde" zu bleiben, sagte Verwaayen gestern zu den Risiken seines neuen Top-Jobs. Seine Berufung an die BT-Spitze spiegelt aber noch etwas anderes wider - die immer stärker werdende Position von Chairman Christopher Bland. Der in der City hoch geschätzte und erst vor einem Jahr zu BT gekommene Finanzchef Philip Hampton will angeblich wegen Differenzen mit Bland das Unternehmen bereits wieder verlassen. Dies belegt, dass der einstige BBC-Präsident Bland längst heimlicher Herrscher bei BT ist. Die Frage wird sein, inwieweit sich Verwaayen gegen den starken Chairman behaupten kann.

Ein anderer hat bereits das Nachsehen: Der allgemein als Bonfield-Nachfolger gehandelte BT-Manager Pierre Danon. Als Franzose hätte auch er die BT-Tradition gebrochen. Nun hat ihn "Papa" Bland zum Trost in den Konzernvorstand geholt.

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