Jahrestag der Rückeroberung Grosnys
Schwerster Anschlag in Tschetschenien seit Monaten

Bei dem schwersten Bombenanschlag seit Monaten sind am Dienstag in der abtrünnigen Kaukasus-Republik Tschetschenien elf Soldaten der russischen Armee getötet und sieben verwundet worden.

HB MOSKAU/TIFLIS. Ein offenbar von Rebellen gelegter Sprengsatz explodierte unmittelbar vor einer Kaserne, als der Lastwagen der Wachsoldaten darüberfuhr. Das teilte die Verwaltung des Kreises Schatoj, etwa 45 Kilometer südlich der Hauptstadt Grosny, mit. Die russische Armee und die Rebellen hatten sich in den vergangenen Tagen heftige Kämpfe im Hochgebirge im Süden Tschetscheniens geliefert.

In abweichenden Meldungen war von zehn getöteten Soldaten die Rede. Alle Opfer waren nach Angaben der Agentur Itar-Tass Tschetschenen. Das russische Militär hatte vor Anschlägen an diesem Dienstag gewarnt. Der 6. August ist der Jahrestag der vorübergehenden Rückeroberung der tschetschenischen Hauptstadt Grosny durch Freischärler 1996. Bei dem bislang blutigsten Anschlag in diesem Jahr waren Mitte April 18 Polizisten am Stadtrand von Grosny bei einem Bombenattentat gestorben.

Russland geht auf Konfrontationskurs zu Georgien

In den Konflikt um die abtrünnige Kaukasus-Republik wird auch Russlands südlicher Nachbar Georgien hineingezogen. Gegen die Aufforderung von Russlands Präsident Wladimir Putin weigerte sich die Führung in Tiflis am Dienstag, sieben in Georgien festgenommene Tschetschenen auszuliefern. Die über die Grenze nach Georgien geflohenen Freischärler sollen Anfang August an Gefechten mit russischen Armee-Einheiten beteiligt gewesen sein. Russland wirft der Führung um Georgiens Staatspräsidenten Eduard Schewardnadse vor, in dem schwer kontrollierbaren Pankisi-Tal an der Grenze zu Russland neben Flüchtlingen auch Rebellen aus Tschetschenien Unterschlupf zu bieten.

Die deutsche Regierung will der verarmten Kaukasusrepublik Georgien für dieses und das kommende Jahr 30 Millionen Euro Entwicklungshilfe zahlen. Das Land bleibe damit ein zentraler Partner der Kaukasusinitiative der Bundesregierung, teilte das Entwicklungsministerium am Dienstag in Berlin mit. Für die künftige Zusammenarbeit seien insbesondere die Bereiche Wirtschaftsreform und Aufbau der Marktwirtschaft, Förderung der Demokratie und der öffentlichen Verwaltung sowie Verbesserung der Energieversorgung vereinbart worden.

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