Jahrestag der Studentenunruhen
Iran will Demonstrationen verbieten

Die iranische Regierung hat am Montag angekündigt, Demonstrationen anlässlich des Jahrestages der Studentenunruhen am 9. Juli 1999 zu verbieten. In den vergangenen beiden Wochen haben Iraner gegen die geistliche Führung in der Islamischen Republik protestiert, die Demonstrationen ebbten aber ab.

Reuters TEHERAN. "Das Innenministerium wird Versammlungen außerhalb der Universitäten nicht gestatten", sagte Regierungssprecher Abdollah Ramasansadeh auf einer Pressekonferenz in Teheran. Das Verbot gelte auch für Angehörige von Bürgerwehren, die zuletzt Demonstranten mit Knüppeln und Ketten angegriffen hatten.

Ramasansadeh sagte, den Universitäten sei es freigestellt, ob sie auf ihrem Campus Veranstaltungen anlässlich des Jahrestages gestatten wollten. "Jede Universität kann unabhängig entscheiden, und die Regierung wird nicht eingreifen."

Der Regierungssprecher sagte, bei den Demonstrationen in diesem Monat in Teheran seien 470 Menschen von Polizei und Geheimdienst festgenommen worden, weil sie gegen die öffentliche Ordnung verstoßen hätten. Einige Studentenführer kündigten weiteren Widerstand an. "Selbst wenn sie uns ins Gefängnis werfen und uns in Einzelhaft stecken, es wird andere geben, ... die das System mit gewaltsameren Mitteln angreifen", sagte Saeed Rasawi Fakih am Sonntag Reuters. "Heute sitzen wir auf einem Pulverfass. Wer immer mit dem Feuer spielen will, wird sich verbrennen."

Die Demonstranten hatten sowohl gegen den konservativen Klerus als auch gegen den gemäßigten Präsidenten Mohamed Chatami protestiert. Chatami warfen sie mangelnden Reformwillen vor. Vor vier Jahren hatten sich tagelange Unruhen entzündet, nachdem Sicherheitskräfte ein Studentenwohnheim der Universität in Teheran gestürmt hatten. Dabei waren mindestens ein Student getötet und zwanzig verletzt worden.

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