Jahrestagung der Gesellschaften
Fraunhofer-Institute leiden unter Konjunkturflaute

Die anhaltende Konjunkturflaute belastet auch die Auftragslage der wissenschaftlichen Forschungsinstitute der Fraunhofer-Gesellschaft.

dpa/HB LUDWIGSBURG. "Die Firmen vergeben kurzfristigere Forschungsaufträge, die sich auch inhaltlich ändern", sagte der neue Fraunhofer-Präsident Hans-Jörg Bullinger bei der Jahrestagung der Gesellschaft am Mittwoch in Ludwigsburg. Dabei bleibe die Forschung auf der Strecke, die einen längeren Vorlauf von fünf bis zehn Jahren benötige. "Die Gefahr wird größer, je länger die Situation andauert. Zwei bis drei Jahre können wir erfahrungsgemäß unbeschadet überstehen", sagte Bullinger. Inhaltlich seien die Projekte zunehmend auf kurzfristige Hilfestellungen ausgelegt.

Für das kommende Jahr erwarte er ein "moderates Wachstum" für die Fraunhofer-Gesellschaft. Bullinger hatte Anfang Oktober das Amt des Präsidenten von Hans- Jürgen Warnecke übernommen, der zuvor neun Jahre lang dem Forschungsverbund vorstand. Bullinger betonte, dass die Fraunhofer-Gesellschaft im Tauziehen mit der Wirtschaft um junge Talente künftig Spitzenkräften bessere Bezahlung bieten müsse. Das Abwandern begabter Mitarbeiter sei unvermeidbar. "Aber wir wollen die Mitarbeiter wenigstens so lange halten, dass das, was wir in die Leute investieren, in einem vernünftigen Verhältnis zu dem steht, was sie zu den Forschungsergebnissen beitragen", sagte der 58-Jährige.

Um besonders erfolgreiche Forscher zu fördern, werden auf der Jahrestagung unter anderem der mit 50 000 Euro dotierte Wissenschaftspreis des Stifterverbandes und die insgesamt ebenfalls mit 50 000 Euro dotierten Joseph-von-Fraunhofer-Preise verliehen. Die Fraunhofer-Gesellschaft, deren Schwerpunkt auf angewandter Forschung liegt, hat derzeit 56 Institute mit rund 12 000 Beschäftigten. Im Jahr 2001 habe der Gesamtaufwand 992 Millionen Euro betragen, wie ein Sprecher mitteilte. Die Gesellschaft finanziere sich zu zwei Dritteln über Aufträge aus der Wirtschaft und die Beteiligung an öffentlichen Projekten. Die Grundfinanzierung, die zum Großteil vom Bund getragen wird, betrage ein Drittel.

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