Jahresteuerung bei 2,6 %
Inflationsrate so hoch wie seit sechs Jahren nicht mehr

Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich im Februar vor allem wegen höherer Energiepreise und saisonaler Effekte beschleunigt, was nach Analysten-Einschätzung gegen eine baldige Leitzinssenkung in der Euro-Zone spricht.

rtr FRANKFURT. Die Jahresteuerung habe im Februar nach vorläufigen Berechnungen mit 2,6 (Januar 2,4) Prozent den höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren erreicht, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Im Vergleich zum Vormonat zogen die Preise um 0,6 (0,5) Prozent an. Zugleich seien die Erzeugerpreise im Januar um 4,6 % zum Vorjahresmonat gestiegen. Im Jahresverlauf rechnen die Experten im Zuge einer moderaten Ölpreisentwicklung wieder mit einem Rückgang der Inflationsrate. Der Euro reagierte kaum auf die Preisdaten und notierte um 0,9060 Dollar.

Energie und Fleischwaren sind teurer



Das Statistische Bundesamt ermittelt ihre vorläufigen Zahlen auf Basis der Verbraucherpreise aus sechs Bundesländern. Die endgültigen Zahlen will das Amt Mitte März vorlegen. Wie aus den Länderdaten hervorgeht, verteuerten sich sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich vor allem Pauschalreisen, Energie- und Fleischwaren. Aber auch ohne Heizöl und Kraftstoffe zogen die Preise deutlich an. Analysten hatten einen Rückgang der Jahresteuerung auf 2,3 % sowie einen monatlichen Preisanstieg von nur 0,3 % prognostiziert.

Wie das Bundesamt ebenfalls am Freitag mitteilte, erhöhten sich zudem die deutschen Erzeugerpreise im Januar vor allem wegen eines deutlichen Anstiegs des Erdgaspreises unerwartet stark. Die Produzentenpreise für gewerbliche Produkte seien um 0,8 % zum Vormonat nach einem Rückgang von 0,3 % im Dezember gestiegen. Das war der höchste monatliche Anstieg seit September 2000. Im Jahresabstand verteuerten sich die Produkte um 4,6 (4,2) Prozent zum Vorjahr.

Insgesamt hat sich damit das Preisklima in Deutschland und der Euro-Zone verschlechtert, wovor auch Bundesbankpräsident Ernst Welteke zuletzt am Dienstag gewarnt hatte. Vor allem durch den Anstieg der Nahrungsmittelpreise und in Deutschland durch die dritte Stufe der Ökosteuerreform gebe es nach wie vor Inflationsrisiken, hatte Welteke gesagt. Auch bei den Ölpreisen könne noch keine Entwarnung gegeben werden.

Die meisten Analysten gehen nach den jüngsten Zahlen davon aus, dass die EZB ihre abwartende Haltung in der Geldpolitik vorerst beibehalten und frühestens Ende März die Zinsen senken wird. "Bei einer Jahresrate von 2,6 % wird die EZB allerdings nicht unmittelbar die Zinsen senken, sondern voraussichtlich erst Ende März oder Anfang April", sagte Jörg Krämer von Invesco Asset Management. Sein Kollege Harald Jörg von der Dresdner Bank erwartet hingegen für das gesamte Jahr einen unveränderten EZB-Schlüsselzins von 4,75 %.

Die meisten Volkswirte erwarten unveränderte Zinsen auf der EZB-Ratssitzung am nächsten Donnerstag. Eine Zinssenkung halten die meisten im zweiten Quartal für möglich.

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