Jahrestief der Aktie Gelb lag bei 11,80 Euro
Finanzministerium nennt Bericht über Post-Aktienverkauf Spekulation

Das Bundesfinanzministerium hat einen Magazinbericht weder bestätigen noch dementieren wollen, wonach Finanzminister Hans Eichel (SPD) angesichts der Konjunkturschwäche die Aktienmehrheit des Bundes an der Deutschen Post AG früher als geplant aufgeben will.

Reuters BERLIN. "Das ist reine Spekulation", sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Samstag auf Anfrage. Das Magazin "Focus" hatte berichtet, ein milliardenschweres Paket von Post-Aktien solle zu einem Festpreis an die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gehen. Bei einer späteren Platzierung solle der Bund über einen Besserungsschein auch von höheren Kursen profitieren.

Eichel hatte zuletzt Mitte September erklärt, kurzfristige Notverkäufe von Post - und Telekom-Aktien seien nicht nötig. Der Bund hält noch rund 69 % der Aktien der Deutschen Post AG. Davon sind knapp 19 % bei der KfW geparkt. Die Marktkapitalisierung der Post liegt derzeit bei rund 17,8 Mrd. Euro. Nach dem Kabinettsbeschluss zur Änderung des Postumwandlungsgesetzes im Juni war im Finanzministerium nicht ausgeschlossen worden, den Bundesanteil an der Post auf unter 50 % absinken zu lassen.

Minister Eichel hatte die Wachstumserwartungen für 2001 am Donnerstag auf 0,75 % und für 2002 auf zwischen einem und 1,5 % nach unten revidiert. Nach Angaben aus Kreisen gehen auch die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute derzeit von einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 0,7 % in diesem Jahr und um bis zu 1,5 % im kommenden Jahr aus. Ähnlich beurteilten nach Angaben von anderer Stelle auch die fünf Wirtschaftsweisen die Lage. Sie rechnen 2001 mit einem Wachstum von 0,7 % und 2002 von rund 1,25 %.

Im November 2000 hatte der Bund die "Aktie Gelb" zum Stückpreis von 21 Euro an die Börse gebracht. Frühzeichner konnten einen Rabatt und Gratisaktien erhalten. Der Post-Börsengang war einer der größten des vergangenen Jahres in Deutschland. Die Post-Aktie war am Freitag an der Börse zuletzt mit 16,02 Euro gehandelt worden. Anfang Februar hatten die Titel mit 24,78 Euro ihr Jahreshoch markiert. Am 11. September waren sie auf ihr Jahrestief von 11,80 Euro gefallen.

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