Jahrestief für Nemax 50
Einbrüche am Neuen Markt

Panikartige Stimmung hat nach Händlereinschätzung am Montag an den deutschen Börsen die Technologie- und Wachstumswerte gedrückt. Die schlechte Stimmung werde durch die Annahme verursacht, dass die Kurse im traditionell schwachen Oktober noch weiter nachgeben würden, sagten Händler.

Reuters FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) setzte bei schwachen Vorgaben bis gegen 11.15 Uhr MESZ seinen deutlichen Abwärtstrend vom Freitag mit einem Minus von 1,5 % auf 6673 Punkte fort. Auch am Neuen Markt kam es nochmals zu einem Ausverkauf mit Abschlägen von bis zu fünf Prozent. Der Neue-Markt-Index Nemax-50 erreichte im frühen Handel mit 4408 Punkten einen neuen Jahrestiefstand.

Händler sagten, Auslöser für die schlechte Stimmung und die mangelnde Zuversicht der Investoren sei ein Gemisch aus den schwachen US-Vorgaben, steigenden Zinssätzen und vereinzelt enttäuschenden Unternehmenszahlen. Am Markt wird allgemein noch mit weiteren Verlusten gerechnet. "Der Frühjahres-Exzess bei den Aktien ist noch nicht ganz raus", prognostizierte ein Händler. Eine Trendwende wird frühestens Mitte des Monats erwartet.

Preussag im Plus

Von den 30 Dax-Werten lagen 23 auf der Verliererseite, lediglich sieben Werte verzeichneten bei geringen Umsätzen Kursaufschläge. An der Spitze der Gewinner standen die Aktien von Preussag mit einem Plus von 0,8 %. Der akquisitionswillige Konzern Preussag wollte einen Bericht der Zeitung "Financial Times" über Verhandlungen mit dem französischen Reiseveranstalters Nouvelle Frontiers nicht kommentieren. Nach Informationen der Zeitung ist der sich in Privatbesitz befindende Reiseveranstalter schätzungsweise vier bis 5,5 Mrd. Franc wert.

Auf der Verliererseite rangierten die Technologiewerte an der Spitze. Infineon gaben 3,3 %, SAP 3,7 %, Epcos 2,5 %, Siemens drei Prozent und die Deutsche Telekom 2,1 % nach. Unter Druck standen auch die Banken, die angeführt vom Branchenprimus Deutsche Bank bis zu 2,7 % einbüßten.

Die US-Börse hatte am Freitag die schwächere Tendenz an den europäischen Märkten mit deutlichen Abschlägen beim Dow-Jones-Index und an der Nasdaq bestätigt. Als Grund wurden vor allem die stärker als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten genannt: die Arbeitslosenquote in den USA war im September auf 3,9 % und damit auf dem niedrigsten Stand seit 30 Jahren gefallen. Die schwachen US-Vorgaben drückten auch die asiatischen Börsen zu Wochenbeginn.

Am Neuen Markt zogen die schwergewichtigen Titeln die Indezes nach unten. Bei den unter einer großen Positionsauflösung leidenden Intershop-Aktien kam es abermals zu Abschlägen von mehr als 10 %. Qiagen wurde in einer Analyse von HSBC Trinkaus & Burkhardt als zu hochbewertet auf "Reduce" von "Hold" gestellt, was die Aktien um mehr als 6 % drückte. T-Online fielen weiter unter das jüngste Allzeittief und gaben knapp acht Prozent auf 20,80 Euro ab.

Die deutschen Nebenwerte des MDax-Werte entzogen sich dem Abwärtstrend hingegen weitgehend. Der Mdax verlor 0,7 % auf 4861,59 Punkte und steht damit weiter knapp unter dem jüngst erreichten Allzeithoch.

Auch an anderen europäischen Börsen drückten die Technologiewerte die Werte. Die Verluste übertrafen teilweise die des deutschen Marktes.

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