Jahresüberschuss konnte um 43,1 % gesteigert werden
US-Konjunktur trübt Ausblick bei Pfeiffer Vacuum

vwd FRANKFURT. Im laufenden Geschäftsjahr sind die Aussichten für die Pfeiffer Vacuum Technology AG, Asslar, nicht mehr so rosig wie 2000. Dies liegt nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Dondorf vor allem am nachlassenden Wirtschaftswachstum in den USA, wo das Unternehmen mittlerweile den größten Teil seines Umsatzes erwirtschaftet. Dennoch werde für 2001 mit einem zweistelligen %ualen Umsatzwachstum gerechnet. Mit einem von der BHF-Bank vorausgesagten Umsatzplus von zwölf % könne er leben, sagte Dondorf auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag. Das EBIT und der Jahresüberschuss dürften wie schon im Vorjahr überproportional zulegen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte der Vakuumpumpenhersteller den Jahresüberschuss um 43,1 % auf 19,1 Mill. Euro und den Gewinn je Aktie um 45,5 % auf 2,24 Euro gesteigert. Der Hauptversammlung wird deshalb eine auf 0,72 (0,56) Euro je Aktie erhöhte Bruttodividende vorgeschlagen. Das EBIT erhöhte sich um 54,8 % auf 35,5 Mill. Euro, was einer auf 19,2 (14,9) % gesteigerten Marge entspricht. Hier sei durch weitere Rationalisierungsbemühungen noch Luft nach oben, zeigte sich der Vorstandschef optimistisch. Wenn sich die Marge mittelfristig bei 20 % einpendle, sei dies in Ordnung.

Das Umsatzwachstum wurde mit 20,3 % auf 184,7 (153,5) Mill. Euro beziffert. Dabei verzeichnete der US-Umsatz mit plus 46 % auf 62,9 Mill. Euro ein beeindruckendes Wachstum. Auch das Geschäft in Asien, das bislang nur elf % zum Gesamtumsatz beiträgt, konnte auf 20,0 (13,3) Mill. Euro deutlich zulegen. In Euroopa stiegen die Erlöse auf 59,3 (49,3) Mill. Euro, während in Deutschland ein Rückgang auf 42,4 (47,9) Mill. Euro verbucht wurde. Allerdings sei in den 99er-Umsätzen ein Einmalauftrag von 7,4 Mill. Euro enthalten, erklärte Dondorf. Der Auftragseingang lag bei 196,8 (147,8) Mill. Euro.

Die Eigenkapitalrendite vor Steuern belief sich auf 50,8 (49,6) % und nach Steuern auf 28,4 (27,8) %. Die Zahl der Mitarbeiter blieb bei rund 800 Beschäftigten. In den ersten zwei Monaten 2001 verzeichnete Pfeiffer Vacuum einen Umsatzanstieg um 10,4 % auf 30,7 Mill. Euro, wobei der Auftragseingang um 19,4 % auf 37,0 Mill. Euro zunahm. Auch in den USA sei die Orderlage im Januar und Februar gut gewesen, während im März eine gewisse Schwäche festzustellen sei, meinte der Vorstandsvorsitzende.

Akquisitionen stehen zurzeit nicht an

Zum Thema Akquisitionen hieß es, derzeit stünde nichts auf der Tagesordnung. Die Cash-Position sei mit 52,5 (35,6) Mill. Euro an flüssigen Mitteln gut, aber Zukäufe um jeden Preis werde es nicht geben. Neben dem Kaufpreis sei vor allem die Profitabilität des Übernahmekandidaten entscheidend. Pfeiffer Vacuum sei grundsätzlich an passenden Übernahmen im Bereich der Vacuum-Technologie interessiert, das Problem sei aber, dass es derzeit "nichts solides" auf dem Weltmarkt gebe. "Uns wird immer wieder viel heiße Luft angeboten", führte Dondorf dazu weiter aus.

Zur Aktionärsstruktur wurde mitgeteilt, diese sei nach wie vor unverändert. Der Streubesitz liege weiterhin bei 100 %, von denen rund 30 % in Händen von US-Fonds seien. Mit dem Aktienkurs zeigte sich der Unternehmenslenker sehr zufrieden. Während der Nemax-50 seit Januar 2000 um rund 70 % gefallen sei, habe sich die Pfeiffer-Aktie bis Februar 2001 verdoppelt. Für den deutlichen Kursrutsch in den vergangenen Wochen um rund 35 % gebe es keine rationale Begründung, sagte Dondorf. Wahrscheinlich hätten einige Investoren nach der Bekanntgabe der vorläufigen guten Umsatzzahlen Gewinne realisiert.

Am Berichtstag scheinen die Ergebniszahlen und der Ausblick die Anleger jedenfalls wieder zu neuen Käufen zu ermuntern, denn die Aktie gewinnt bislang im Xetra-Handel 7,2 % auf 42,84 Euro. Die Analysten von SES Research stufen Pfeiffer Vacuum in einer ersten Stellungnahme am Dienstag weiter mit "Marketperformer" ein. Der Jahresüberschuss liege zwar über den SES-Prognosen von 17,1 Mill. Euro, aber eine steigende EBIT-Marge sei bereits in den Schätzungen der kommenden Jahre antizipiert, so dass kein Anlass bestehe, diese anzupassen, heißt es.

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