Jahresüberschuss um 29 Prozent gefallen
Heidelberger Druck setzt ehrgeizige Ziele

Der Druckmaschinenhersteller Heidelberg peilt nach Umsatz- und Gewinnrückgängen wieder zweistellige Wachstumsraten an.

dpa HEIDELBERG. Der Druckmaschinenhersteller Heidelberg hat die Talsohle hinter sich. Nach einem Umsatz- und Gewinnrückgang im abgelaufenen Geschäftsjahr peilt der Weltmarktführer wieder zweistellige Wachstumsraten an.

Als Ziel hat sich der Vorstand bis 2007 einen Konzernumsatz von 8 (derzeit 5) Milliarden Euro gesetzt. Dies kündigte der Vorstandsvorsitzende der Heidelberger Druckmaschinen AG, Bernhard Schreier, am Dienstag in Heidelberg an.

Die ehrgeizigen Pläne hängen allerdings in hohem Maße von der weltweiten Konjunkturentwicklung ab. Im laufenden Geschäftsjahr 2002/2003 (bis Ende März) will der Vorstand zumindest an das abgelaufene Jahr hinsichtlich Gewinn und Umsatz anknüpfen. Dabei setzen die Heidelberger auf eine positive Wirtschaftsentwicklung in den USA. Ermutigend sei auch der wieder anziehende Auftragseingang.

"Mit deutlich über einer Milliarde Euro" sei im Zeitraum April bis Juni die Nachfrage wieder besser ausgefallen als in den beiden vorangegangenen Quartalen mit jeweils 1 Milliarde Euro. Die Aufhellung der Branchenkonjunktur hat sich auch im Hauptwerk Wiesloch bei Heidelberg bereits bemerkbar gemacht. Dort ist die Belegschaft wieder zur 35-Stunden-Woche zurückgekehrt, nachdem in den zurückliegenden Monaten weniger gearbeitet wurde. "Das Gespenst Kurzarbeit ist weg", betonte Schreier.

Dafür ist am Standort Kiel der Abbau von weiteren 200 Stellen vorgesehen. Bis zum Ende des Geschäftsjahres dürfte die Zahl der weltweit Beschäftigten auf 24 500 (Ende März: 25 344) abnehmen, berichtete der Vorstand.

Auf die aktuellen Schwierigkeiten im Zeitungsgewerbe reagieren die Heidelberger mit einer Umstellung ihrer Neuvorstellungen. Derzeit seien eher kleine flexiblere Einheiten gefragt. Statt einer 64-Seiten-Druckmaschine soll auf einer der nächsten Messen deshalb eine 4-Seiten-Maschine präsentiert werden. Am Ziel der Weltmarktführung, auch im Zeitungsdruck werde man aber festhalten. Dafür sei gegen die starke Konkurrenz von MAN ROLAND sowie Koenig & Bauer ein langer Atem von zehn Jahren notwendig.

Mittel- und langfristig setzen die Heidelberger auf den immensen Nachholbedarf an Druckerzeugnissen in Schwellenländern. Hinzu komme der Ausbau der Digital-Technik und die weitere Verbesserung der Weltmarktführung im Bogenoffset.

Das Geschäft mit Schwarz-weiß- und Farb-Digitaldruckmaschinen soll in den kommenden Jahren das stärkste Wachstum bringen. Bis 2006 wird ein Weltmarktanteil von "30 Prozent und mehr" angepeilt. In dieser Sparte dürfte es auch noch zu einigen Zukäufen interessanter Firmen kommen, sagte Schreier.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002 war nach einer stürmischen Expansionsphase der erfolgsverwöhnten Heidelberger der Umsatz erstmals wieder geschrumpft. Er fiel um 5,4 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro. Damit wurde aber immer noch das zweitbeste Ergebnis der Firmengeschichte erreicht.

Der Jahresüberschuss sackte dagegen um 29 Prozent auf 201 Millionen Euro ein. "Eine Nettoumsatzrendite von 4,0 Prozent in schwierigem Konjunkturumfeld kann sich aber sehen lassen", bekräftigte Finanzvorstand Herbert Meyer. Die Aktionäre erhalten eine Dividende von 1,40 (1,80) Euro.

Der Großaktionär RWE will seine 50-prozentige Beteiligung bis Ende 2003 abgeben. Eine breite Streuung des Kapitals an der Börse wäre dem Heidelberg-Vorstand nach eigenem Bekunden am liebsten. Angesichts der guten internationalen Position des Konzerns hätten sicher auch industrielle Investoren oder Finanzhäuser Interesse an dem Druckmaschinenhersteller.

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