Jahresüberschuss von 120 000 Euro
Netlife erwartet Eintritt in Gewinnzone

Der im abgelaufenen Geschäftsjahr tiefer in die Verlustzone gerutschte Softwareanbieter Netlife will im ersten Quartal 2001 erstmals die Gewinnschwelle erreichen. "Wir erwarten für das erste Quartal den Break-Even", sagte Vorstandssprecherin Christel Feederle. Sollte das Geschäft im März jedoch wider erwarten nicht wie geplant verlaufen, dann könnte noch ein Verlust von 250 000 Euro entstehen, räumte sie ein. "Unser Ziel ist es, auf Jahresbasis schwarze Zahlen zu schreiben."

Reuters HANNOVER. Für 2001 strebe Netlife einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von rund 200 000 Euro an bei einem Umsatzanstieg von bis zu 30 %.

Am Donnerstagmorgen gehörte Netlife zu den wenigen Kursgewinnern am Neuen Markt und legte gegen den negativen Markttrend 3,76 % auf 2,76 Euro zu. Der alle Werte des Neuen Marktes umfassende Nemax All Share-Index verlor zur gleichen Zeit 4,59 % auf 2539,62 Stellen. Die Hamburger Netlife AG ist seit Juni 1999 am Neuen Markt der Frankfurter Börse notiert. Der Ausgabepreis betrug 25,50 Euro.

Hohe Forschungs- und Entwicklungskosten

Wegen hoher Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der Aufgabe des Auslandsgeschäfts ist Netlife nach Aussage von Feederle bei steigendem Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr tiefer in die Verlustzone gerutscht. Der Jahresfehlbetrag habe sich 2000 im Konzern auf 15,82 Mill. Euro von minus 11,63 Mill. Euro im Vorjahr erhöht. Der Konzernumsatz sei im Berichtszeitraum auf 19,37 Mill. Euro von 7,36 Mill. Euro gestiegen, wobei zwischenzeitliche Veränderungen im Konsolidierungskreis keinen direkten Vergleich mit dem laufenden Geschäftsjahr zulassen. Das Betriebsergebnis ohne Sonderfaktoren bezifferte Netlife für das Jahr 2000 auf minus 15,54 Mill. Euro nach einem Verlust von 12,55 Mill. Euro im Vorjahr.

Neben den Restrukturierungsaufwendungen sei die Ertragslage durch deutlich gestiegene Investitionen in die Entwicklung von Produkten für E-Brokerage, E-Banking und Mobile Commerce belastet worden, sagte Feederle. Diese Aufwendungen seien im Konzern auf 7,28 Mill. Euro von rund vier Mill. Euro im Vorjahr gestiegen. Davon seien auf die Netlife Internet Consulting und Software GmbH 2,2 Mill. Euro und auf Netlife UK 1,07 Mill. Euro entfallen. Die liquiden Mittel belaufen sich den Angaben zufolge zum Ende des Jahres 2000 auf 5,7 Mill. Euro.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe sich Netlife angesichts der hohen Nachfrage nach multikanalfähigen IT-Lösungen, die sowohl über das Internet als auch im stationären Betrieb von Banken eingesetzt werden könnten, auf ihr Kerngeschäft in Zentraleuropa konzentriert und nahezu alle Auslandsaktivitäten verkauft. "Im laufenden Jahr werden wir primär organisch wachsen", kündigte Feederle an. Mögliche Auslandsaktivitäten würden künftig über Partnerschaften organisiert. Übernahmen seien derzeit kein Thema, sagte die Vorstandschefin.

Netlife bietet eigenen Angaben zufolge komplexe, hochleistungsfähige IT-Produkte an, mit denen Banken Teile ihres Services sowie Produkte sowohl über das Internet als auch über den stationären Vertrieb, über mobile Endgeräte und Call-Center anbieten könnten. Besonders der Wertpapierhandel wird ihrer Ansicht nach künftig noch stärker über das Internet abgewickelt, auch wenn die aktuelle Börsen-Baisse den Zuwachs deutlich abgebremst habe, sagte sie.

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