Jahresweltbestleistung von Martin Buß: 2,36 m
WM: Erste Gold-Medaille für deutsches Team

Der goldene Abend für die deutsche Mannschaft bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Edmonton kam mit 24 Stunden Verspätung. Den ersten WM-Sieg holte überraschend Hochspringer Martin Buß, der mit 2,36 m einen persönlichen Rekord und die Jahresweltbestleistung aufstellte.

EDMONTON. Hinter ihm platzierten sich die beiden Russen Yaroslav Rybakov und Vyacheslav Voronin, die mit 2,33 m beide Silber gewannen ."Nachdem es im Trainingslager in Calgary sehr gut lief, wollte ich wenigstens eine Medaille holen. Ich war mir sicher, dass es auch der Titel werden kann. Wahnsinn, es hat geklappt", sagte der Berliner nach seinem Sieg.

Der 25-Jährige hatte alles auf eine Karte gesetzt, nachdem er die 2,33 m gerissen hatte. "Da habe ich mich sofort entschlossen, die beiden restlichen Versuche über 2,36 m zu machen. Ansonsten hätte ich keine Medaillenchance gehabt, da schon drei andere höher gesprungen waren", begründete der WM-Dritte von Sevilla 1999 das Pokerspiel. Und den letzten Versuch über 2,36 m bezeichnet der Familienvater selbst als fast perfekt.

Nach dem Jahr 2000, in dem er verletzungsbedingt auf die Olympischen Spiele in Sydney verzichten musste, geht es nun für den Weltmeister wieder aufwärts. Im vergangenen Jahr musste die Achillessehne im linken Sprungbein zusammengenäht werden, im Frühjahr fühlte sich Buß schwach. Der Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber bestätigte sich aber nicht. "Professor Kindermann hat mich untersucht und festgestellt, dass ich kerngesund bin", erzählte Martin Buß und danach habe er sich dann auch besser gefühlt. Mit seinen 2,30 m bei den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart qualifizierte sich der ehemalige Fußballspieler mit viel Glück für die WM. Aber in den vergangenen Wochen kam er immer besser in Form, so dass er die komplette Weltelite besiegen konnte.

Beim Golden League-Sportfest in Berlin wird sich der Lokalmatador nicht präsentieren können, da dort der Hochsprung nicht zum Programm gehört. Dafür freut sich Buß auf einen Ausflug zum Weitsprung. "Beim Meeting in Leverkusen will ich gegen Shahriar Bigdeli antreten, wenn alles gut läuft, kann ich um die acht Meter springen", so Buß. Die deutsche Leichtathletik hat jetzt wieder einen Athleten der Weltklasse und muss dem Fußballtrainer von Tasmannia Berlin rückblickend dankbar sein. Denn der stellte den Verteidiger Buß nicht auf und vergraulte ihn 1995 zum Hochsprung.

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