Jahrgänge ab 1970 sind die Gewinner der Reform
Jüngere Jahrgänge von Riester-Rente begünstigt

Die jüngeren Jahrgänge ab etwa 1970 werden von der so genannten Riester-Rente begünstigt. Zu diesem Ergebnis kommt ein wissenschaftlicher Vergleich der Rentenreformen der letzten Jahre, die die Bundesversicherungsanstalt für Versicherte (BfA) am Dienstag in Berlin vorstellte. Für ältere Beitragszahler und heutige Rentner prognostiziert die Studie in Folge der rot-grünen Rentenreform hingegen Einbußen.

ap BERLIN. Vor allem wegen der neuen steuerlichen Förderung einer Privatrente gehören auch die mittleren und höheren Einkommen zu den Gewinnern der Riester-Reform. BfA-Präsident Herbert Rische zeigte sich mit den Ergebnissen der Studie zufrieden. Er sei der Ansicht, dass "der Versuch, die Lasten gerecht zu verteilen, weitgehend gelungen ist". Er räumte aber ein, dass unter Blüms Rentengesetz die heutigen Renten stärker gestiegen wären.

In die Studie, die als Vergleichsgröße das Rentengesetz von 1992 nimmt und damit die ursprüngliche Rentenreform des früheren Sozialministers Norbert Blüm und das aktuelle Altersförderungsgesetz vergleicht, sind die freiwillige private Altersvorsorge mit ihrer staatlichen Förderung und die höheren Verbrauchsteuern einbezogen. Die Blüm-Reform ist zwar 1999 in Kraft getreten und erst 2001 abgelöst worden. Allerdings entschied die neue rot-grüne Bundesregierung 1998, das Kernstück der Reform, den demographischen Faktor, nicht in Kraft zu setzen.

Wie der Mitautor der Studie, der Würzburger Finanzprofessor Hans Fehr, berichtete, können sich die Jahrgänge ab 1968 zu den Gewinnern der Reformen seit 1999 zählen. Die Riester-Reform verschafft ihnen dabei einen größeren Vorteil. Noch größer wäre der Vorteil, wenn der SPD-Minister den so genannten Ausgleichsfaktor hätte durchsetzen können.

"Wohlfahrtsveränderungen"

Gemessen am verbleibenden Lebenseinkommen haben die Jahrgänge ab 1968 nach dem geltenden Rentengesetz ein Plus von unter 0,5 %. Die Jahrgänge ab 1990 kommen auf ein Plus von rund einem Prozent. Noch höher wäre der Zuwachs zum Lebenseinkommen für die seit 1990 Geborenen, wenn der Ausgleichsfaktor im Gesetz stünde. Die Autoren sprechen von "Wohlfahrtsveränderungen", worin neben den Beiträgen zur Rentenversicherung und den tatsächlich ausbezahlten Renten die staatliche Förderung der privaten Zusatzrente und die Ersparnisse verrechnet werden.

Die Wissenschaftler, neben Fehr der Finanzmathematiker der BfA, Heinrich Jess, wiesen darauf hin, dass die Blüm-Reform den unteren Einkommen bis 30 000 DM im Jahr am stärksten genutzt hätte. Einen höheres Plus zum verbleibenden Lebenseinkommen verschafft allerdings die Rentenreform Riesters den mittleren (bis 48 000) und darüber liegenden Einkommen. Als Gründe hierfür nannten Fehr und Jess vor allem die steuerliche Förderung der Privatrente.

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