Jan Ullrich ist mit Platz sieben bei der Deutschland-Rundfahrt zufrieden
Schon auf Touren

Ein starker Auftritt beim Zeitfahren, zwei bestandene Tests am Berg und ein Rückstand zur Spitze, der im Rahmen liegt - Jan Ullrich ist zufrieden. Vier Wochen vor dem Start der Tour de France zeigt der deutsche Radprofi ansteigende Form. Er beendete die Deutschland-Tour als Siebter, mit 59 Sekunden Rückstand auf den Gesamtsieger Patrik Sinkewitz (Quick Step).

LEIPZIG. Am Sonntag bei der letzten Etappe über 173,3 km von Chemnitz nach Leipzig fuhr Ullrich zeitgleich mit Tagessieger Tom Boonen aus Belgien über die Ziellinie. Während er zufrieden war, war sein Team T-Mobile der Verlierer der diesjährigen Deutschland-Tour: kein Etappenerfolg, kein Wertungs-Sieg.

"Etwas mehr als eine halbe Minute Rückstand auf den Sieger bei der Bergankunft, das ist schon in Ordnung", hatte Ullrich am Vortag gesagt, nachdem er auf dem Fichtelberg 37 Sekunden nach Sinkewitz ins Ziel gefahren war. "Ich bin auch ans Limit gegangen. Aber nach oben hatte ich nichts mehr zuzusetzen. Ich hatte mir auch nicht vorgestellt, dass ich bereits mit den Ersten mitfahren kann."

Nach dem Zeitfahren war Ullrich Zweiter, nach der schweren Etappe in den Alpen Dritter, nach dem Anstieg am Fichtelberg verpasste er dann aber den Sprung auf einen der vorderen drei Plätze. Das allerdings störe ihn nicht, sagt Ullrich. "Platz sieben ist mehr, als ich vor der Deutschland-Tour nach der langen Rennpause erwartet hatte. Hätte man mir vorher gesagt, ich würde unter die ersten zehn kommen, hätte ich das sofort unterschrieben." Ein bisschen mehr, sagt er, wäre aber durchaus noch möglich gewesen. "Bei gutem Wetter hätte ich es mir durchaus zugetraut, bei der Etappe am Arlberg mit den Ersten oben anzukommen."

Erster war dort Patrik Sinkewitz. Der 23-jährige Profi ist die beste Rundfahrt seiner Karriere gefahren. Ullrich ist von der guten Vorstellung seines jungen Kollegen allerdings nicht überrascht. "Patrik ist gut drauf. Er hat das Gelbe Trikot verdient, er entwickelt sich von Jahr zu Jahr immer besser. Patrik Sinkewitz wird sicherlich auch eine gute Tour de France fahren" - sofern Quick Step ihn angesichts der harten Konkurrenz im eigenen Team fahren lässt. Für ihn ginge es nur darum, erst einmal Erfahrung zu sammeln, Ullrich hingegen gilt wieder einmal als der Herausforderer des fünfmaligen Tour-Siegers Lance Armstrong.

Einiges, weiß Ullrich, muss er allerdings vor der Rundfahrt in Frankreich noch tun. Die noch fehlende Antrittsschnelligkeit will sich Ullrich bei der am Freitag beginnenden Tour de Suisse holen. "Ich werde mir in der Schweiz die eine oder andere Etappe raussuchen, bei der ich vorne dabei sein will", sagt Ullrich. Im vergangenen Jahr hatte er erstmals auf der letzten Bergetappe der Tour de Suisse seinen Formanstieg demonstriert. "Ich hoffe, dass es auf dem Weg, den ich mir vorgenommen habe, so läuft wie letztes Jahr", sagt Ullrich, "bei der Deutschland-Tour noch nicht ganz so gut, bei der Tour de Suisse schon besser und bei der Tour de France dann ganz gut. Ich habe ein sehr gutes Gefühl."

"Jan wird in der gleichen guten Verfassung am Tour-Start stehen wie im Vorjahr", versprach sein Betreuer Rudy Pevenage, der registrierte, "dass am Berg die letzten zehn Prozent noch fehlen".

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