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Janukowitsch erklärt Rücktritt als Regierungschef

Der bei der Präsidentschaftswahl unterlegene ukrainische Politiker Viktor Janukowitsch hat seinen Rücktritt als Regierungschef erklärt. Er wolle kein Amt in der gegenwärtigen Staatsführung mehr innehaben, sagte Janukowitsch am Freitagabend dem Fernsehsender Ukraina.

dpa KIEW. Der bei der Präsidentschaftswahl unterlegene ukrainische Politiker Viktor Janukowitsch hat seinen Rücktritt als Regierungschef erklärt. Er wolle kein Amt in der gegenwärtigen Staatsführung mehr innehaben, sagte Janukowitsch am Freitagabend dem Fernsehsender Ukraina.

Es blieb zunächst unklar, ob Janukowitsch seine von der Wahlleitung zurückgewiesenen Beschwerden gegen das Auszählungsergebnis aufrechterhalten will.

Nach der zu Gunsten von Janukowitsch gefälschten ersten Stichwahl vom 21. November hatte ihm das Parlament Anfang Dezember als Regierungschef das Misstrauen ausgesprochen. Der aus Donezk stammende Politiker hatte sich beurlauben lassen und wollte in dieser Woche sein Amt wieder antreten.

Sowohl das Oberste Gericht der Ukraine als auch die Wahlleitung wiesen am Donnerstag Janukowitschs Beschwerden gegen den Wahlverlauf und das Ergebnis zurück. Nach vorläufigem Endergebnis unterlag Janukowitsch mit 44 Prozent der Stimmen dem bisherigen Oppositionsführer Viktor Juschtschenko (52 Prozent). Das offizielle Endergebnis soll zum Wochenbeginn verkündet werden.

Tausende Anhänger der Opposition hatten am Mittwoch erneut das Gebäude der Regierung abgesperrt, um eine Kabinettssitzung Janukowitschs zu verhindern. Kurze Zeit später bekräftigte der ursprünglich vom scheidenden Präsidenten Leonid Kutschma unterstützte Kandidat Janukowitsch, vor Gericht eine Annullierung der wiederholten Stichwahl erreichen zu wollen. Das Oberste Gericht hatte Anfang Dezember die erste Stichwahl auf Grund der Wahlrechtsverstöße für ungültig erklärt.

Im Stadtzentrum von Kiew versammelten sich am Silvesterabend zehntausende Juschtschenko-Anhänger, um den Ausklang des aus ihrer Sicht äußerst erfolgreichen Jahres 2004 zu feiern. Zu später Stunde wurde auch ein Auftritt Juschtschenkos mit dem georgischen Staatspräsidenten Michail Saakaschwili erwartet. Juschtschenko selbst hatte in den vergangenen Tagen mitgeteilt, er rechne mit seiner Amtseinführung nicht vor Mitte Januar.

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