Japan als Regionalmacht in den Blick nehmen
Deutsche Wirtschaft will Engagement in Asien verstärken

Die deutsche Wirtschaft will ihr Engagement in der asiatisch-pazifischen Region verstärken. Asien-orientierte Unternehmen müssten Japan als führende Wirtschaftsmacht der Region im Blick behalten, hieß es beim Abschluss der 9. Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft.

dpa TOKIO. Der Anteil der Region am gesamten deutschen Außenhandel solle von zwölf Prozent mittelfristig auf 15 Prozent und langfristig auf 20 Prozent ausgebaut werden, sagte Heinrich von Pierer, Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA), in Tokio. Das derzeitige deutsche Engagement entspreche nicht den Wachstumsperspektiven und auch nicht der Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, hieß es.

Dem deutschen Mittelstand böten sich große Geschäftschancen. Die 750 Teilnehmer der APA-Konferenz forderten die Bundesregierung in einer "Resolution von Tokio" auf, ihre Unterstützung für den Ausbau des Asiens-Engagements der deutschen Wirtschaft weiterzuführen. Die Regierung müsse das Netz der Außenhandelskammern fördern und ausbauen sowie auch weiterhin dazu beitragen, dass die Wirtschaft mit ihren Finanzierungsangeboten international wettbewerbsfähig bleibe. "Hierzu gehört auch die Überlegung, Mittel aus der Entwicklungszusammenarbeit..... für Infrastrukturprojekte, etwa in Ländern wie Mongolei und Vietnam, einzusetzen, um deren Entwicklung zu beschleunigen", heißt es in der Erklärung.

Japan - Markt mit Kraftpotenzial

Deutsche Unternehmen würden sich angesichts privater Sparvermögen von elf Billionen Euro künftig stärker dem Kaufkraftpotenzial des japanischen Marktes zuwenden. Japan sollte als führende Wirtschaftsmacht in Asien trotz Konjunkturschwäche in die Überlegungen jedes Asien-orientierten Unternehmens einbezogen werden. Auch Bundespräsident Johannes Rau erklärte auf der Konferenz, Deutschland müsse der asiatisch-pazifischen Region größere Bedeutung als bisher beimessen. Deutsche Investitionen in Asien blieben steigerungsfähig. Gleiches gelte für den Außenhandel mit der Region.

Nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) ist vor allem die Marktpräsenz mittelständischer deutscher Unternehmen im asiatisch-pazifischen Raum ausbaufähig und ausbaubedürftig. Bei seinen jüngsten Gesprächen in China und Japan habe er erfahren, dass deutsches Engagement "hoch willkommen" sei. Die Teilnehmer der Konferenz befürworteten zudem "eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit innerhalb der Region". Freihandelszonen wie die der ASEAN-Staaten trügen zur Verbesserung der Position der beteiligten Länder im innerasiatischen Standortwettbewerb bei, hieß es in der Abschlussresolution weiter.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%