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Japan fordert USA erneut zum Umdenken über Kyoto-Vertrag auf

Japan hat seine diplomatischen Bemühungen verstärkt, die USA von dem angekündigten Ausstieg aus dem Kyoto-Abkommen zur Verringerung der Treibhausgase abzubringen.

dpa TOKIO. In einem 20-minütigen Telefongespräch mit seinem US-Amtskollegen Colin Powell sagte der japanische Außenminister Yohei Kono am Mittwoch nach Angaben von Beamten, er sei sehr besorgt über die möglichen Auswirkungen auf die internationalen Bemühungen zum Klimaschutz. Powell habe Verständnis für Japans Position gezeigt, habe aber an der bisherigen Haltung der USA festgehalten, hieß es.

Der japanische Außenminister hatte sich zuvor mit vier anderen Ministern seiner Regierung darauf verständigt, ihre US-Amtskollegen aufzufordern, die Verhandlungen über Maßnahmen zum Klimaschutz im Rahmen des 1997 vereinbarten Kyoto-Protokolls weiterzuführen. Unterdessen reiste eine japanische Regierungsdelegation nach Washington, um ranghohe US-Regierungsbeamte und Abgeordnete zu bitten, dass die USA nicht aus dem Abkommen aussteigen mögen.

Auch der japanische Ministerpräsident Yoshiro Mori bekräftigte am Mittwoch, Japan werde die USA weiter auffordern, dem Kyoto-Protokoll verpflichtet zu bleiben. Es sei Japans wichtige Rolle, sich weiter um das Verständnis Washingtons zu bemühen, sagte Mori im Parlament. Er lehnte einen Vorschlag eines Oppositionsführers ab, den Kyoto-Vertrag ungeachtet der Absicht Washingtons zu ratifizieren. Dies könne man zwar machen, doch wäre es keine Lösung, erwiderte Mori.

Er hatte sich zuvor in einem Schreiben an US-Präsident George W. Bush besorgt über den angekündigten Ausstieg der USA gezeigt. Mori forderte in dem Brief die USA auf, während der nächsten Klimakonferenz im Juli in Bonn weiter nach einer Einigung über das Abkommen zu suchen. Am Mittwoch forderte auch der japanische Arm einer internationalen Vereinigung von Abgeordneten für Umweltfragen (Globe Japan) Bush in einem Brief auf, dem Abkommen verpflichtet zu bleiben. Zu den 36 Unterzeichnern gehört auch der frühere japanische Ministerpräsident Ryutaro Hashimoto, Präsident von Globe Japan.

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