Japan gedenkt den Opfern des Zweiten Weltkriegs
Koizumi wiederholt "Reue"

Der japanische Regierungschef Junichiro Koizumi hat nach seinem international kritisierten Pilgergang zum Yasukuni-Schrein für Japans Kriegstote am Mittwoch der Kapitulation seines Landes vor 56 Jahren gedacht.

dpa TOKIO. Bei einer offiziellen Zeremonie im Beisein des Kaiserpaares wiederholte Koizumi seine "Reue" für das von Japan im Zweiten Weltkrieg vor allem im benachbarten Asien verursachte Leid. Koizumi hatte am Montag einen Sturm der Entrüstung in Japans Nachbarstaaten ausgelöst, weil er den Yasukuni-Schrein, wo auch hingerichtete Kriegsverbrecher geehrt werden, besucht hatte.

Ungeachtet dessen pilgerten am Mittwoch fünf weitere Minister von Koizumis Regierung sowie eine Gruppe von rund 190 Abgeordneten des Parlaments zu dem heftig umstrittenen Shinto-Heiligtum. Der unweit des Kaiserpalastes in Tokio stehende Yasukuni-Schrein gilt als ein Zentrum des japanischen Kaiserkults und Staatsshinto und des daraus erwachsenen aggressiven Nationalismus vor und während des Zweiten Weltkrieges. Japan habe in dem Krieg in vielen Ländern, vor allem in Asien, "enormes Leid" verursacht, sagte Koizumi während der Gedenkzeremonie in Tokio. Als Repräsentant des japanischen Volkes drücke er "nochmals tiefe Reue" und sein Beileid für die Opfer aus.

Trotz seiner Wortwahl hatte Koizumi mit seinem Besuch im Yasukuni-Schrein Proteste vor allem in Südkorea und China ausgelöst. Koizumis umstrittener Pilgergang erfolgte vor dem Hintergrund eines diplomatischen Streits über neue japanische Schulbücher, in denen Japans Kriegsvergangenheit beschönigt dargestellt wird.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%