Japan schickte Spionagesatelliten ins All
Nordkorea testete erneut Rakete

Inmitten der Spannungen um das nordkoreanische Atomprogramm hat das kommunistische Land nach japanischen Angaben einen neuen Raketentest unternommen. Nordkorea hat dagegen den USA vorgeworfen, erneut Aufklärungsflugzeuge in seinen Luftraum geschickt zu haben.

HB/dpa TOKIO. Japanische Nachrichtenagenturen berichteten am Dienstag unter Berufung auf Regierungsvertreter in Tokio, dass Nordkorea am Morgen anscheinend eine Anti-Schiffsrakete abgefeuert habe. Tokio sei dabei, die Informationen zu prüfen, hieß es in den Fernseh-Nachrichten. Man glaube aber nicht, dass es eine direkte Bedrohung Japans gewesen sei.

Japan hatte angesichts der zunehmenden Spannungen um Nordkorea in der vergangenen Woche erstmals eigene Spionagesatelliten ins All geschickt, um die Raketenabschussrampen des kommunistischen Nachbarn überwachen zu können. Nordkorea hatte in den vergangenen fünf Wochen bereits zwei Raketen ins Japanische Meer zwischen der koreanischen Halbinsel und Japan geschossen. Auch dabei soll es sich um Schiffszielraketen und keine ballistischen Raketen gehandelt haben.

USA wird Verletzung des Luftraums vorgeworfen

Nordkorea hat den USA derweil vorgeworfen, als Vorbereitung zu einem Angriff erneut Aufklärungsflugzeuge in seinen Luftraum geschickt zu haben. Allein im März hätten die USA mehr als 220 Spionageflüge über der koreanischen Halbinsel durchgeführt, hieß es am Dienstag in einem von der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap abgehörten Bericht des staatlichen Rundfunks in Nordkorea. "Dies zeigt, dass die US-Imperialisten nach dem Krieg im Irak ihre Speerspitze der Aggression gegen die Volksrepublik (Nordkorea) richten wollen."

Die Zahl der Spionageflüge sei im vergangenen Monat im Vergleich zum Februar um 40 gestiegen, hieß es weiter bei Radio Pjöngjang. Zur Beobachtung militärischer Anlagen in Nordkorea an der militärischen Demarkationslinie zwischen den beiden Staaten Koreas habe das US- Militär Flugzeuge vom Typ RC-135, AWACS-Überwachungsflugzeuge und U-2-Spionageflugzeuge mobilisiert.

Zusammen mit der Kritik an den andauernden Manövern amerikanischer Streitkräfte in Südkorea hatte Nordkorea die USA in den vergangenen Wochen wiederholt beschuldigt, den nordkoreanischen Luftraum verletzt zu haben. Anfang März hatten nordkoreanische Abfangjäger ein US- Spionageflugzeug über dem Japanischen Meer verfolgt und es zur Landung in Nordkorea zwingen wollen. Der Zwischenfall hatte die Spannungen auf der Halbinsel wegen des umstrittenen nordkoreanischen Atomprogramms weiter verschärft.

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