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Japan spürt hohe Ölpreise - Auswirkungen halten sich in Grenzen

Mit Japan bekommt auch die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt, die fast ihr gesamtes Öl importieren muss, die rasant gestiegenen Ölpreise zu spüren. So hat der Tokioter Aktienmarkt in jüngster Zeit empfindliche Verluste hinnehmen müssen. Dennoch ist es für Analysten ein gutes Zeichen, dass bislang niemand in Panik geraten ist. Andere asiatische Länder, darunter China, bekämen die Folgen der gestiegenen Ölpreise viel deutlicher zu spüren, heißt es.

dpa-afx TOKIO. Mit Japan bekommt auch die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt, die fast ihr gesamtes Öl importieren muss, die rasant gestiegenen Ölpreise zu spüren. So hat der Tokioter Aktienmarkt in jüngster Zeit empfindliche Verluste hinnehmen müssen. Dennoch ist es für Analysten ein gutes Zeichen, dass bislang niemand in Panik geraten ist. Andere asiatische Länder, darunter China, bekämen die Folgen der gestiegenen Ölpreise viel deutlicher zu spüren, heißt es.

Ein Grund, warum sich die Folgen der Ölpreissteigerungen für Japan in Grenzen halten, ist zum einen der Umstand, dass das Land viel effizienter mit seiner Energie umgeht als andere Staaten. So liegt Japan in punkto Energieeffizienz laut Ökonomen deutlich vor den USA, wenngleich hinter Deutschland. Daneben wirkt sich jedoch auch die Lage am Devisenmarkt für Japan positiv aus. Der Wechselkurs des Yen sei derzeit wesentlich stärker als in Phasen vorheriger Ölpreissteigerungen, erklärt Martin Schulz, Ökonom beim Fujitsu Research Institute in Tokio. "Der reale Ölpreis ist für Japan daher wesentlich niedriger als er nominell erscheint". Deswegen reagierten umgekehrt die USA so empfindlich.

Japan IST Besser Gewappnet ALS Andere Staaten IN Asien

Gleichwohl bleiben die hohen Ölpreise auch für Japan nicht ohne Folgen. Eine Abschwächung der globalen Nachfrage namentlich in Japans wichtigsten Absatzmärkten USA und China würde sich auf das Wirtschaftswachstum auswirken. Schließlich hängt die japanische Wirtschaftserholung noch immer sehr stark vom Export ab. Hinzu kommt der Umstand, dass sich Japan noch immer in einer Deflationsphase mit fallenden Preisen befindet. Nach wie vor sind die Unternehmen laut Experten nicht in der Lage, Preissteigerungen an die Verbraucher weiter zu geben. "Die hohen Ölpreise werden sich daher in niedrigeren Profiten niederschlagen", betont Schulz.

Dennoch ist Japan angesichts seiner wirtschaftlichen Stärke besser gewappnet als andere Staaten in Asien. So erwartet Toshikatsu Fukuma, Mitglied des Zentralbankrats der Bank of Japan, für das laufende Geschäftsjahr ein reales Wirtschaftswachstum von mehr als 3,1 Prozent. Die Wirtschaft werde weiter zulegen, wenngleich nicht mehr zu Raten von sechs bis sieben Prozent wie in der zweiten Hälfte des vorangegangenen Fiskaljahres, sagte Fukuma am Donnerstag.

Experten Rechnen Nicht MIT Gravierenden Folgen FÜR Unternehmen

Auch der Zentralbanker hält es für unwahrscheinlich, dass der jüngste Anstieg der Ölpreise einen wirklich ernsten Rückschlag für die Bilanzen der Unternehmen zur Folge haben wird. Auch die Börse konnte am Donnerstag erstmals nach zehn Handelstagen angesichts der inzwischen wieder etwas nachgegebenen Ölpreise aufatmen. Dazu trug auch die Nachricht bei, dass Japans Industrieproduktion im August im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent gestiegen war. Es war der erste Anstieg im Monatsvergleich seit dem Zuwachs von 0,8 Prozent im Mai. Mit Spannung erwarten die Finanzmärkte nun die an diesem Freitag anstehenden Ergebnisse der jüngsten Quartalsumfrage der Bank of Japan./ln/DP/zb

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