Japan trotzdem auf Fangtour
Zwerg- und Brydewal bleiben geschützt

Japan hat sich mit seiner Forderung nach einem Ende des absoluten Handelsverbots für Zwerg- und Brydewalfleisch zunächst nicht durchsetzen können. Beide Anträge erhielten am Freitag auf der Artenschutzkonferenz in der chilenischen Hauptstadt Santiago bei Abstimmungen in den Fachkomitees nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit der stimmberechtigten Mitgliedsländer des Washingtoner Artenschutzabkommens (Cites). Die endgültige Entscheidung fällt jedoch erst kommende Woche im Plenum.

HB/dpa BUENOS AIRES/TOKIO. Dessen ungeachtet lief am Freitag eine japanische Walfangflotte aus. Norwegen, das ebenfalls Jagd auf Wale macht, musste nach Angaben der Umweltschutzorganisation International Fund for Animal Welfare (IFAW) vor kurzem sogar 30 Tonnen überschüssiges Zergwalfleisch im Meer versenken.

Bereits am Vortag hatten sich die Konferenzteilnehmer gegen einen strengeren Schutz des Schwarzmeertümmlers und für eine Lockerung des Schutzes der Lama-Art Vikunjia ausgesprochen. Die endgültigen Entscheidungen sind jedoch dem Plenum der Konferenz in der kommenden Woche vorbehalten. Japan werde seine Anträge dann sicher erneut einbringen, sagte Nicolas Entrup von der Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS). Die Abstimmungsergebnisse zugunsten des Walschutzes seien zwar "eindrucksvoll", aber vor verfrühtem Optimismus müsse gewarnt werden. "Japan wird nichts unversucht lassen", sagte Entrup.

Bei der Diskussion über den Schwarzmeertümmler hatten die Gegner des von Georgien eingebrachten Schutzantrages argumentiert, er sei nicht ausreichend von anderen Delfinarten zu unterscheiden. Argentinien, Bolivien und Chile brachten hingegen ihre Anträge durch, das absolute Handelsverbot für die äußerst hochwertige Wolle der Vikunjas aufzuheben. Die beschränkte Freigabe bezeichnete der WWF-Repräsentant auf der Konferenz in Chile, Volker Homes, als gutes Beispiel für die Chancen einer nachhaltigen Bewirtschaftung bestimmter Tierarten.

Bei der 12. Vertragsstaatenkonferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) beraten mehr als 2500 Vertreter von 160 Regierungen und unabhängigen Organisationen bis zum 15. November über Änderungen beim Schutz von mehr als 160 Tier- und Pflanzenarten.

Trotz der Konferenz und ungeachtet internationaler Proteste lief erneut eine japanische Walfangflotte in die Antarktis aus. In den kommenden sechs Monaten sollen wieder rund 400 Zwergwale "zu Forschungszwecken" getötet werden. Dies ist Mitgliedern der Internationalen Walfangkommission IWC grundsätzlich erlaubt. Walschützer argumentieren dagegen, dies sei lediglich ein Vorwand, um den Markt für Walfleisch zu versorgen.

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