Japan und USA forcieren Deregulierung
Bush und Mori vereint gegen Wirtschaftskrise

HB WASHINGTON. Die USA und Japan wollen bei der Überwindung der wirtschaftlichen Probleme eng zusammen arbeiten. Das kündigten US- Präsident George W. Bush und der japanische Ministerpräsident Yoshiro Mori am Montag nach ihrem Treffen im Weißen Haus an. Bush versprach Mori zugleich seine Unterstützung für Japans Bemühungen um einen ständigen Sitz im Uno-Sicherheitsrat.

In einer vom Weißen Haus veröffentlichten gemeinsamen Erklärung betonten beide Politiker ihre Entschlossenheit, in ihrem jeweiligen Land Schritte gegen die wirtschaftliche Abschwächung einzuleiten. Beide bekräftigten die Bedeutung von Strukturreformen, ausländischen Investitionen und Deregulierung zur Wiederbelebung der sich verlangsamenden Konjunkturen in Japan und den USA.

Mori versprach Reformen

Mori versprach Reformen des japanischen Finanzsektors und äußerte die Hoffnung, dass sich die Rückkehr der japanischen Notenbank zur faktischen Null-Zinspolitik positiv auf die Wirtschaft auswirke. Bush äußerte die Überzeugung, dass sein Steuersenkungsprogramm Wirkung zeigen werde. Über zehn Jahre sollen 1,6 Bill. Dollar weniger an die Finanzämter fließen. Bush sagte, er sei optimistisch im Hinblick auf die Wirtschaft. "Wir haben einen Plan, unserer Wirtschaft den zweiten Schub zu geben." Finanzkreise in Tokio machen die schwache Konjunktur in den USA mitverantwortlich für die Schwierigkeiten im eigenen Land.

Beide Länder streben zudem eine enge Zusammenarbeit an, um noch in diesem Jahr eine neue Runde der Welthandelsorganisation (WTO) auf den Weg zu bringen.

Uno-Sicherheitsrat soll auch reformiert werden

Bush und Mori sprachen sich für eine Reform des Uno-Sicherheitsrates aus. Ziel sei eine verbesserte Effektivität. In diesem Zusammenhang erklärten Bush und Mori, sie wollten gemeinsam daran arbeiten, dass Japan einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat bekomme. Beide Politiker betonten die guten Beziehungen, die es ihnen auch ermöglichten, mit Problemen wie dem versehentlichen Versenken eines japanischen Fischkutters durch ein amerikanisches U-Boot vor Hawaii umzugehen.

Unklar blieb zunächst, in wie weit die Ankündigungen nach der ersten Begegnung der beiden Spitzenpolitiker umgesetzt werden können. Mori gilt als Regierungschef auf Abruf. In den Medien wurde über eine baldige Ablösung spekuliert.

Bush will Japan zum ersten Mal im Oktober während einer Asienreise besuchen, die ihn auch nach China und Südkorea führen wird. Vor Bushs Besuch wird voraussichtlich ein US-japanisches Wirtschaftsforum stattfinden. Dort diskutieren Regierungs- und Wirtschaftsvertreter über Marktöffnungs- und Deregulierungsmaßnahmen beider Staaten.

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