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Japaner treiben Goldpreis nach oben

Seit Wochen mehren sich die Gold-Käufe aus Japan. Jetzt ist der Preis für die Feinunze über eine wichtige technische Widerstandsmarke gestiegen.

Die Japaner bringen ihre sauer verdienten Yen in Sicherheit. Seit der Aktienmarkt sich auf 17-Jahres-Tiefen bewegt, der Yen gegen führende Auslands-Devisen immer mehr an Wert verliert, die japanische Binnenwirtschaft und die politische Lage auch keine schnelle Besserung erwarten lassen, mehren sich derzeit die Gold-Käufe privater Investoren aus Japan. Sie fürchten zunehmend um ihre Ersparnisse bei den Banken, da die Regierung eine Begrenzung des Einlagenschutzes plant. Da etwa 45 Prozent aller Ersparnisse der Japaner in Bankkonten gehalten werden, sieht John Reade von UBS Warburg in London die "potenziell größte Privatnachfrage seit Jahrzehnten" auf den Markt zukommen.

Der Boom hat jedoch bereits begonnen. Das World Gold Council hat im dritten Quartal 2001 einen Anstieg der Investment-Nachfrage nach Gold um 91 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Quartal registriert. "Ich glaube nicht, dass wir dieses Maß erreicht haben seit Japans Spekulationsblase der Wirtschaft in den späten 80er Jahren", sagt Itsuo Toshima, Japans Vertreter des World Gold Council. Die Japaner haben ihre Lust an riskanten Geld-Anlagen verloren.

Die Nachfrage nach Gold wird von offizieller Seite gefördert. Ganzseitige Anzeigen in Tages-Zeitungen, Internet-Programme und gebührenfreie Call-Centers propagieren die Vorteile der Anlage in Gold. Das Council plant darüber hinaus landesweite Seminare über Gold - unterstützt von populären Politikern und Wirtschafts-Professoren. Die Aktien-Verluste - auch in den beliebten Pensions-Fonds - seit dem 11. September tun ihr übriges, Gold in Japan als alternatives und lohnendes Investment zu sehen.

Der Gold-Preis reagiert. Positiv beeinflusst von der AngloGold-Ankündigung, noch in diesem Jahr die Absicherungs-Geschäfte weiter zurückzufahren, steigt der Preis für eine Feinunze Gold am Dienstag-Nachmittag auf fast 300 Dollar. Noch vor wenigen Tagen notierte das Edelmetall unter 280 Dollar. Und die Aussichten stehen gut für einen weiteren Kursaufschwung. Neben technischen Aspekten könnte auch ein mögliches militärisches Eingreifen der USA im Irak, auch verbunden mit weiteren Aktienkurs-Verlusten, den Gold-Preis weiter aufwärts treiben.

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