Japanisch-amerikanische Beziehung angespannt
Mori verschiebt Gipfeltreffen mit Bush

Der japanische Ministerpräsident Yoshiro Mori hat sein für März in Washington ins Auge gefasstes Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush verschoben. Mori sagte am Mittwoch vor Journalisten in Tokio, eine Reise nach Washington Anfang März sei schwierig, da sie zeitlich mit der Haushaltsdebatte im Parlament zusammenfalle.

Reuters TOKIO. Er könne das Land nicht in einer Zeit verlassen, in der alles für die Verabschiedung des Haushalts getan werden müsse. Die japanischen Behörden wiesen Medienspekulationen zurück, Moris Entscheidung stehe im Zusammenhang mit den immer lauter werdenden Forderungen nach seinem Rücktritt. Der Gipfel soll politischen Beobachtern zufolge auch dazu beitragen, derzeitige Spannungen im japanisch-amerikanischen Verhältnis zu beseitigen.

Die Beziehungen zwischen Tokio und Washington gelten als angespannt, nachdem ein amerikanisches U-Boot am 9. Februar vor Hawaii ein japanisches Schiff bei einem Auftauchmanöver gerammt und versenkt hatte. 35 Insassen wurden gerettet. Neun vermisste Japaner sind wahrscheinlich tot. Vertreter der amerikanischen Regierung haben sich für den Unfall entschuldigt, der in Japan für öffentliche Empörung sorgte.

U-Boot-Unfall mit Folgen

Experten sind besorgt, dass der Unfall die ablehnende Haltung Japans gegenüber den amerikanischen Truppen auf der südjapanischen Insel Okinawa verstärken könnte. Vorfälle wie die Vergewaltigung eines japanischen Schulmädchens durch einen US-Soldaten haben in den vergangenen Jahren die ablehnende Haltung der Bewohner der Insel gegenüber den amerikanischen Truppen verstärkt.

Aus dem japanischen Außenministerium verlautete, es habe niemals einen festen Termin für den USA-Besuch Moris gegeben. Der japanische Botschafter in den USA, Shunji Yanai, sagte, sein Land bemühe sich dennoch weiter um einen Gipfeltermin im März.

Politische Beobachter sehen die Vertagung des Gipfeltreffens als weiteren politischen Rückschlag für den japanischen Ministerpräsidenten. Mori habe das Treffen als Gelegenheit betrachtet, sein politisches Ansehen aufzupolieren. In der Vergangenheit hat sich Mori immer wieder politische Patzer geleistet, die ihn zu einem der unbeliebtesten Ministerpräsidenten seines Landes gemacht haben. Zuletzt war Mori in die Kritik geraten, weil er trotz der Nachrichten vom Untergang des japanischen Schiffs vor Hawaii eine Golf-Partie fortgesetzt hatte. Rücktrittsforderungen aus der Opposition und Koalition hat Mori bisher immer abgelehnt.

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