Japanische Aktienkurse sanken
Yoshiro Mori will Regierungschef blieben

Nach einem überstandenen Misstrauensvotum im Parlament hat der japanische Ministerpräsident seine Entschlossenheit bekräftigt, trotz massiver Kritik im Amt zu bleiben.

ap TOKIO. Nach einem überstandenen Misstrauensvotum im Parlament hat der japanische Ministerpräsident Yoshiro Mori seine Entschlossenheit bekräftigt, trotz massiver Kritik der Öffentlichkeit im Amt zu bleiben. "Ich habe die Kontrolle über die Regierung des Landes fest in die Hand zu nehmen", sagte Mori am Dienstag in Tokio und verwies dabei auf die anstehende Verabschiedung eines Pakets von Maßnahmen zur Belebung der stagnierenden Wirtschaft.

Nach einer Marathonsitzung stimmten in der Nacht zum Dienstag 190 Abgeordnete für den Misstrauensantrag der Opposition, 237 waren dagegen. Dieses für Mori positive Ergebnis wurde erst in letzter Minute sichergestellt, weil 53 Gegner des Ministerpräsidenten in seiner eigenen Liberaldemokratischen Partei der Abstimmung fernblieben. Zuvor hatte ihr Sprecher Koichi Kato noch angekündigt, er wolle zusammen mit den anderen Mori-Kritikern das Misstrauensvotum unterstützen. Die LDP-Führung hatte allen Dissidenten mit einem Parteiausschluss gedroht.



Japanischen Aktienkurse sanken aufgrund der Unsicherheit

Trotz des Siegs ging der Regierungschef Beobachtern zufolge politisch geschwächt aus dem Machtkampf hervor. Mit einer Zustimmung von weniger als 20 % in den Meinungsumfragen galt es als fraglich, wie lange sich Mori noch im Amt halten kann. Unter dem Eindruck dieser Unsicherheit sanken die Aktienkurse in Tokio am Dienstag auf den niedrigsten Stand seit 20 Monaten; der Nikkei-Index schloss mit 14 408,46 Punkten um 0,85 % niedriger als am Vortag. Auch der Yen geriet gegenüber dem Dollar unter Druck.

Mori wurde im April dieses Jahres Ministerpräsident, als wegen der schweren Krankheit von Keizo Obuchi schnell ein Nachfolger gesucht werden musste. Der neue Regierungschef machte sich mit nationalistischen Äußerungen und diplomatischen Fehltritten unbeliebt. Als mögliche Nachfolger wurden in den Medien unter anderem Außenminister Yohei Kono und der frühere Gesundheitsminister Junichiro Koizumi genannt.



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