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Japanische Banken-Fusion ist keine TraumhochzeitDPA-Datum: 2004-07-15 07:46:31

(dpa-AFX) Tokio - Die sich abzeichnende Fusion der beiden Großbanken Mitsubishi Tokyo Financial Group (Mtfg) < MTF.SQ1 > < MFZ.FSE > und UFJ Holdings < UFJ.SQ1 > < UFJ.FSE > wird aus Sicht der meisten Analysten das japanische Bankensystem stabilisieren. Kommt es zum Zusammenschluss, entstünde die größte Bank der Welt mit einer Bilanzsumme von rund 190 Billionen Yen (1,5 Billionen Euro). Mit einer Traumhochzeit rechnet allerdings keiner. Dafür ist die unrentable viertgrößte japanische Geschäftsbank UFJ kein geeigneter Partner.

(dpa-AFX) Tokio - Die sich abzeichnende Fusion der beiden Großbanken Mitsubishi Tokyo Financial Group (Mtfg) < MTF.SQ1 > < MFZ.FSE > und UFJ Holdings < UFJ.SQ1 > < UFJ.FSE > wird aus Sicht der meisten Analysten das japanische Bankensystem stabilisieren. Kommt es zum Zusammenschluss, entstünde die größte Bank der Welt mit einer Bilanzsumme von rund 190 Billionen Yen (1,5 Billionen Euro). Mit einer Traumhochzeit rechnet allerdings keiner. Dafür ist die unrentable viertgrößte japanische Geschäftsbank UFJ kein geeigneter Partner.

Die UFJ-Verhandlungsführer können damit rechnen, dass ihnen Mtfg harte Bedingungen für eine Fusion stellen wird. Bereits der Zusammenschluss von Tokai Bank und Sanwa Bank zur UFJ Bank am 15.Januar 2002 war nicht auf Rosen gebettet.

Faule Kredite

Damals wie heute gaben faule Kredite Anlass zur Sorge. Mtfg befindet sich unter den vier Megabanken dabei in der besten Situation. Die UFJ Bank musste dagegen für das abgelaufene Geschäftsjahr (per 31. März 2004) statt des ursprünglich angestrebten Gewinns auf Grund höherer Rückstellungen für faule Kredite einen Verlust von 402,8 Milliarden Yen ausweisen.

Die faulen Kredite des Instituts beliefen sich zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres auf 3,9 Billionen Yen - 8,5 Prozent der Gesamtsumme der ausstehenden Kredite. Zu den Problemkunden der Bank zählen die Supermarktkette Daiei und das Handelshaus Nissho-Iwai-Nichimen (Sojitz). Ziel der japanischen Regierung ist, den Anteil der faulen Kredite der Großbanken bis Ende des laufenden Geschäftsjahres auf rund 4 Prozent zu drücken.

Glaubwürdigkeitskrise

Zu den Problemkrediten kommen Glaubwürdigkeitsprobleme: Im Juni hatte die japanische Finanzaufsicht den Vorwurf erhoben, Führungskräfte der UFJ Bank hätten wichtige Dokumente über die Gläubiger des Instituts systematisch verfälscht, vernichtet oder vor den Kontrolleuren der FSA versteckt. Die Finanzaufsicht wies zudem darauf hin, dass die Bank trotz öffentlicher Finanzspritzen ihre Gewinnziele nunmehr zwei Jahre in Folge um mehr als 30 Prozent verfehlt hat. Die Regierung hatte UFJ mit insgesamt 1,5 Billionen Yen unter die Arme gegriffen.

Außerdem habe das Institut falsche Angaben zum Umfang der Kredite an kleine und mittlere Unternehmenskunden gemacht. Die Bank habe ihre Ergebnisprognosen für das abgelaufene Geschäftsjahr zwar revidiert, aber nicht im erforderlichen Maße.

UFJ wurde von der FSA aufgefordert, bis zum 20. Juli einen Restrukturierungsplan vorzulegen und die Verantwortlichen zu benennen. Ein Großteil des Managements wurde inzwischen ausgetauscht. Der Präsident der Holding, Takeshi Sugihara, trat auf der Hauptversammlung im Juni zurück. Sein Nachfolger, Takamune Okihara, trat am Mittwoch die Flucht nach vorn an und legte seinem Mtfg-Amtskollegen Nobuo Kuroyanagi ein formales Fusionsangebot vor.

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