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Japanische Geisel ist tot

Im Irak ist erneut eine ausländische Geisel auf grausame Weise ermordet worden. Die Regierung in Tokio bestätigte am Sonntag, dass es sich bei einer in Bagdad gefundenen enthaupteten Leiche um den 24-jährigen Shosei Koda handelt.

dpa TOKIO/WARSCHAU. Im Irak ist erneut eine ausländische Geisel auf grausame Weise ermordet worden. Die Regierung in Tokio bestätigte am Sonntag, dass es sich bei einer in Bagdad gefundenen enthaupteten Leiche um den 24-jährigen Shosei Koda handelt.

Die Terrorgruppe von Abu Mussab al-Sarkawi hatte gedroht, ihre vergangene Woche verschleppte Geisel zu enthaupten, sollte Japan seine Truppen nicht innerhalb von 48 Stunden abziehen. Dies hatte Tokio abgelehnt.

Koda ist das fünfte japanische Opfer im Irak seit Beginn des US- geführten Kriegs dort. Ungeachtet der Ermordung Kodas sprach sich die japanische Regierungspartei LDP am Sonntag in einer Erklärung zur Fortsetzung der Truppenstationierung in dem Zweistromland aus. Gegenwärtig sind rund 600 nicht kämpfende Soldaten der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte im Irak, um Wiederaufbau- und humanitäre Hilfe zu leisten.

Unterdessen flehte die am Donnerstag von islamischen Extremisten im Irak entführte Polin in einem Video um ihr Leben. In der vom Fernsehsender Al-Dschasira verbreiteten Videoaufzeichnung bat Teresa Brocz Khalifa die polnische Regierung, auf die Forderung der Entführer einzugehen und die 2 500 Soldaten aus dem Irak abzuziehen. "Mein Leben ist in großer Gefahr", zitierte der polnische Rundfunk in der Nacht zum Sonntag aus der Botschaft der 54-Jährigen. Die seit mehr als 25 Jahren im Irak lebende und mit einem Iraker verheiratete Frau besitzt die polnische und die irakische Staatsbürgerschaft. Ministerpräsident Marek Belka hatte bereits angekündigt, der Forderung der Terroristen nicht nachgeben zu wollen.

In der vergangenen Woche hatte auch die ebenfalls von Terroristen im Irak entführte Britin Margaret Hassan in einer zweiten Video- Botschaft an Premierminister Tony Blair appelliert, die britischen Truppen aus dem Irak abzuziehen. Zudem müssten alle weiblichen Gefangenen im Irak freigelassen werden, sagte die 59-jährige Leiterin der Care-Hilfsorganisation im Irak in dem ebenfalls von Al-Dschasira ausgestrahlten Video.

Auch der arabische Nachrichtensender Al-Arabija strahlte am Samstag ein Video von Entführern eines Ausländers aus. Darin erklärt die Gruppe, die sich Al-Thawra Al-Aschrin Brigaden, sie habe einen sudanesischen Übersetzer einer US-Firma entführt. Die Gruppe forderte die Firma auf, ihre Arbeit im Irak einzustellen. Die Regierung von Sri Lanka bemühte sich am Sonntag um Informationen über das Schicksal eines Lastwagenfahrers, der offenbar zusammen mit einem Arbeiter aus Bangladesch im Irak gekidnappt wurde.

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