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Japanische Großbanken prüfen Fusion zur größten Bank der WeltDPA-Datum: 2004-07-14 10:44:51

(dpa-AFX) Tokio - Die japanischen Großbanken Mitsubishi Tokyo Financial Group (Mtfg) < MTF.SQ1 > < MFZ.FSE > und UFJ Holdings < UFJ.SQ1 > < UFJ.FSE > prüfen einen Zusammenschluss zur größten Bank der Welt. Mtfg würden noch am heutigen Mittwoch Fusionsverhandlungen angeboten werden, teilte UFJ Holdings in Tokio mit. Analysten begrüßten das Vorhaben als wirtschaftlich sinnvoll, verwiesen jedoch darauf, dass möglicherweise auch von staatlicher Seite Druck auf beide Konzerne für eine Fusion ausgeübt wird. Die Aktien beider Titel stiegen am Mittwoch an der Börse in Tokio kräftig.

(dpa-AFX) Tokio - Die japanischen Großbanken Mitsubishi Tokyo Financial Group (Mtfg) < MTF.SQ1 > < MFZ.FSE > und UFJ Holdings < UFJ.SQ1 > < UFJ.FSE > prüfen einen Zusammenschluss zur größten Bank der Welt. Mtfg würden noch am heutigen Mittwoch Fusionsverhandlungen angeboten werden, teilte UFJ Holdings in Tokio mit. Analysten begrüßten das Vorhaben als wirtschaftlich sinnvoll, verwiesen jedoch darauf, dass möglicherweise auch von staatlicher Seite Druck auf beide Konzerne für eine Fusion ausgeübt wird. Die Aktien beider Titel stiegen am Mittwoch an der Börse in Tokio kräftig.

UFJ Holdings, die viertgrößte Bankengruppe des Landes, bestätigte mit der Ankündigung einen entsprechenden Bericht der Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" (Mittwochausgabe). Bei einer Fusion würde mit einem Anlagevermögen von rund 190 Billionen Yen der größte Finanzkonzern der Welt gebildet, der damit den bisherigen Spitzenreiter, die US-amerikanische Citigroup < C.NYS > < TRV.FSE > , überflügeln würde.

Mtfg, die zweitgrößte Bankengruppe Japans, teilte in einer Erklärung mit, dass die Gruppe noch keine Anfrage von der UFJ Holding erhalten habe. Dem Vernehmen nach sind aber bereits einige Vorbereitungen getroffen worden. So habe UFJ die japanische Finanzaufsicht bereits inoffiziell über die geplante Fusion unterrichtet und Mtfg habe der Aufsicht ihr Interesse an dem Vorhaben bestätigt, schreibt die "Nihon Keizai Shimbun". Der Zeitung zufolge erwarten Finanzkreise, dass die beiden Institute einen detailierten Fusionsplan noch in dieser Woche bekannt geben könnten.

Analysten Begrüssen Vorhaben

Bankanalysten begrüßten das Vorhaben. "Die Fusion würde unter einigen Gesichtspunkten Sinn machen. Die Institute ergänzen sich geographisch und sind teilweise auf unterschiedliche Kundensegmente ausgerichtet. Zudem würden kräftige Skaleneffekte die Profitabilität steigern können", sagte Analyst Nozomu Kunishige von BNP Paribas in Tokio. Aktien von Mtfg legten am Mittwoch um 7,40 Prozent auf 1.030.000 Yen zu, Titel von UFJ Holdings stiegen um 10,59 Prozent auf 522.000 Yen.

Experten betonten, dass UFJ Holdings wohl nicht mehr an eine Rettung des Konzerns aus eigener Kraft glaubt. Das Unternehmen hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr massive Verluste von umgerechnet rund 2,8 Milliarden Euro eingefahren. Die Finanzaufsicht hatte wegen der vielen faulen Kredite im Portfolio der Bank mit einem Einschreiten gedroht. Daher kreisen nun im Finanzzentrum von Tokio Spekulationen, dass von staatlicher Seite Druck auf die beiden Institute für eine Fusion ausgeübt wird. Bei Mtfg sind 2,9 Prozent aller Kredite Not leidend, bei UFJ sind es 8,5 Prozent.

Sollte es zur Fusion kommen, würde sich der Fusionstrend zu immer größeren Banken in Japan fortsetzen. UFJ Holding und Mtfg waren wie auch die anderen beiden japanischen Mega-Banken Mizuho < MZO.SQ1 > < MZH.FSE > und Sumitomo Mitsui < SUM.SQ1 > < XMF.FSE > in den vergangenen Jahren durch immer neue Fusionen von Instituten entstanden. Immer größere Banken wurden als Lösung für das unter den vielen faulen Krediten leidende japanische Bankensystem angesehen. Interne Spannungen und Machtkämpfe behinderten in den neu geschaffenen Konzernen allerdings oft eine effiziente Nutzung von Synergien.

Sumitomo Mitsui DER Grosse Verlierer

Verlierer einer Fusion von UFJ Holding und Mtfg wird wohl Konkurrent Sumitomo Mitsui sein. Die UFJ Holding kündigte am Mittwoch an, den Ende Mai angekündigten Verkauf der Tochter UFJ Trust an Sumitomo Mitsui nun nicht durchzuführen. Die Tochter solle stattdessen in die Fusion mit Mtfg eingebracht werden. Sumitomo Mitsui kündigte daraufhin an, rechtliche Schritte gegen die Entscheidung zu prüfen. "Das ist ein schwerer Schlag für Sumitomo, das Institut bleibt außen vor und muss nun nach anderen Wachstumsmöglichkeiten suchen", sagte Analyst Kunishige von BNP Paribas.

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