Japanische Notenbank kündigt Finanzhilfen für Banken an
Auch Japans Nikkei bricht nach Terroranschlägen ein

Nach den Terroranschlägen in den USA und den Kursstürzen an den internationalen Handelsplätzen ist auch die asiatische Leitbörse in Tokio tief in den Keller gesackt. Erstmals seit 1984 fiel der Nikkei-Index unter die wichtige 10 000er Marke.

dpa/vwd/rtr TOKIO. Der Nikkei-225-Index verlor bis gegen 6.41 Uhr MESZ 6,3 Prozent oder 648,19 Punkte auf 9 644,76 Zähler. Der breiter angelegte Topix-Index fiel um 5,9 Prozent oder 62,46 Zähler auf 995,66 Punkte. Wegen der Anschlagsserie in den USA hatte die Tokioter Börse eine halbe Stunde später geöffnet.

Wie am Dienstag bereits an den europäischen Handelsplätzen gaben am Mittwoch in Tokio vor allem Versicherungen und Fluggesellschaften nach. Unter den Verlieren waren Tokio Marine and Fire Insurance, Japan Airlines und All Nippon Airways.

Angesichts der schweren Kursverluste nach den Terroranschlägen in den USA versprach Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi, dass sein Land die nötigen Schritte unternehmen werde, um einen "Aufruhr" in den japanischen und internationalen Wirtschaftssystemen zu verhindern. Der Gouverneur der Bank von Japan, Masaru Hayami, kündigte finanzielle Hilfen an, um das japanische Bankensystem zu sichern. "Die Bank von Japan wird alles tun, um die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten, dazu gehört auch die Bereitstellung ausreichender Mittel zur Liquidität", sagte Hayami.

Der japanische Finanzminister Masajuro Shiokawa erklärte, er rechne mit negativen Auswirkungen der Anschläge auf die gesamte Weltwirtschaft. Die wichtigsten Wirtschaftsnationen müssten zusammenstehen, um die "Auswirkungen der Tragödie" zu überwinden. Es werde aber eine begrenzte Wirkung bleiben, sagte Shiokawa. Die Wirtschaft werde sich davon erholen. Derzeit werde nicht an die Vergabe öffentlicher Gelder zur Stützung der Banken gedacht. Es seien aber Maßnahmen nötig, um Spekulationen zu verhüten.

Der japanische Wirtschaftsexperte Marasu Takagi sagte, der Nikkei-Index könnte bis zum Jahresende auf 8 000 Punkte fallen, da er nicht mit einer Erholung der US-Märkte rechne. Er fordert eine drastische Finanzspritze der Regierung in Höhe von 7 bis 8 Billionen Yen.

Der US-Dollar gab am Mittwoch in Tokio nach. Zum Yen wurde die US-Währung um 11 Uhr Ortszeit mit 119,32-40 Yen gehandelt nach 121,71-73 Yen am späten Dienstag.

Der Euro wurde zum Dollar ebenfalls stärker mit 0,9082-97 Dollar gehandelt nach 0,8993-95 am Dienstag. Zum Yen gab der Euro nach: Er kostete in Tokio am Mittwochmittag 108,47-53 Yen nach 109,45-48 Yen am Dienstag.

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