Japanische Währung erholt sich etwas
Euro gewinnt nach US-Arbeitsmarktdaten weiter an Boden

Der Euro hat am Freitag nach der Veröffentlichung des stärksten Stellenrückgangs in den USA seit zehn Jahren deutlich zugelegt und ist in der Spitze auf 0,9050 Dollar geklettert.

Reuters FRANKFURT. Händlern zufolge löste der US-Arbeitsmarktbericht, der entgegen den Erwartungen einen deutlichen Stellenrückgang auswies, neue Sorgen über den Zustand der amerikanischen Wirtschaft aus. Zudem habe er den Spekulationen über eine mögliche erneute Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) vor ihrem regulären Treffen am 15. Mai neue Nahrung geliefert. Die japanische Währung erholte sich etwas, nachdem ein Vertreter des Tokioter Finanzministeriums gewarnt hatte, Japan werde einen weiteren Kursverfall nicht tolerieren.

Gegen 18.30 Uhr MESZ notierte die Gemeinschaftswährung mit 0,9043/48 Dollar nahe ihres kurz zuvor erreichten Tageshochs. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag in Frankfurt mit 0,8940 Dollar festgestellt. Die US-Valuta wurde mit 123,89/94 Yen gehandelt nach einer Eröffnung in New York von 124,24/29 Yen.

Das Arbeitsministerium im Washington hatte berichtet, außerhalb der Landwirtschaft sei die Zahl der Stellen in den USA im März gegenüber Februar um 86 000 Stellen gesunken. Dies sei der stärkste Rückgang seit November 1991. Im Vormonat war noch ein Zuwachs um 140 000 (revidiert von 135 000) Arbeitsplätzen zu verzeichnen gewesen. Die Quote der Erwerbslosen habe auf 4,3 (4,2) Prozent zugenommen. Von Reuters befragte Volkswirte hatten für März im Durchschnitt einen Zuwachs der Beschäftigung von 58 000 Stellen und eine Quote von 4,3 % erwartet.

"Es ist ziemlich schwierig, den Zahlen etwas positives abzugewinnen. Sie gießen Öl in das Feuer derjenigen, die glauben (die Fed) stehe bereit und es werde einen längeren Konjunkturabschwung geben," sagte Sean Callow von IDEAglobal in New York. Susan Stearns von der Bank of Montreal sieht den Dollar bis zu einem weiteren Zinsschritt der Fed in einer engen Spanne und danach wieder Aufwärtspotenzial: "Bisher haben sich Zinssenkungen immer positiv auf den Dollar ausgewirkt. Die Zahlen tragen zu der Erwartung einer Zinssenkung zwischen den regulären Treffen der Notenbank bei," sagte sie. Die Fed hat seit Jahresbeginn die Zinsen in drei Schritten um zusammen 1,5 Prozentpunkte auf 5,0 % zurückgenommen, um der abflauenden US-Konjunktur entgegen zu wirken.

Der Yen erholte sich im Tagesverlauf etwas von seinen Verlusten, die er in Reaktion auf das Notpaket der japanischen Regierung erlitten hatte, das vor allem den massiven Schuldenproblemen des Bankensektors Abhilfe verschaffen soll. Händlern zufolge sorgte die Warnung eines hochrangigen Vertreters des japanischen Finanzministeriums für Spekulationen über mögliche Interventionen Japans zu Gunsten des Yen. "Wir werden angemessene Schritte einleiten, wenn sich die gegenwärtigen Trends an den Devisenmärkten fortsetzen", hatte dieser gesagt.

Mit ihrem Notprogramm will die Regierung in Tokio vor allem den japanischen Banken helfen, sich von ihrer Mrd. Dollar schweren Last ungedeckter Kredite zu befreien. Japans Kreditinstitute sind in massive Liquiditätsprobleme geraten, nachdem viele japanische Unternehmen im Zuge des Wirtschaftsabschwungs des Landes seit Beginn der neunziger Jahre ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen konnten. Die Regierung plant zudem mit Hilfe eines staatlich finanzierten Fonds zahlreiche Unternehmensbeteiligungen der Banken aufzukaufen, um deren Liquiditätslage zusätzlich zu verbessern. Analysten bewerteten diese Schritte überwiegend skeptisch. Nach ihrer Einschätzung sind weitergehende und tief greifendere Reformen notwendig, um das Finanzsystem Japans wieder zu stabilisieren.

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