Japanischer Telekom-Konzern streicht Stellen und lagert aus
Ältere Mitarbeiter verdienen bei NTT in Zukunft weniger

Mit Blick auf den härteren Wettbewerb auf dem japanischen Telefonmarkt senkt der Ex-Monopolist NTT die Gehälter für Tausende ältere Mitarbeiter deutlich und streicht Stellen in Japan. Die Konzerntöchter NTT East und NTT West werden Mitarbeiter auslagern.

afp TOKIO. In den nächsten drei Jahren werde das Unternehmen seine Belegschaft reduzieren und Stellen auf andere Firmen übertragen, sagte der Sprecher der Regionalgesellschaft NTT East, Yuichi Nago, am Dienstag. Mitarbeitern, die 51 Jahre und älter sind, soll Nago zufolge das Gehalt um 20 bis 30 % gekürzt werden. Damit wolle sich das Unternehmen gegen den "wilden Preiskrieg" mit seinen Konkurrenten zur Wehr setzen. Der Sprecher der Firmensparte NTT West, Kentaro Furue, sagte, die Situation sei ernst. "Wir haben keine andere Wahl, als uns umzustrukturieren."

Nach Angaben Nagos wollen die inländischen Konzerntöchter NTT East und NTT West in großem Umfang Beschäftigte auf neue Tochterfirmen übertragen, die auf die Wartung und Kontrolle von Telefonanlagen spezialisiert sind. Einen Fernsehbericht vom Montag, demzufolge dabei 60 000 von 113 000 Beschäftigten den Arbeitgeber wechseln und dann Lohnkürzungen hinnehmen sollen, wollte NTT zunächst nicht bestätigen. Medienberichten zufolge könnte NTT damit mehrere hundert Mrd. Yen einsparen. Allein bei NTT West wird im vergangenen und im laufenden Geschäftsjahr zusammen ein Verlust von umgerechnet mehr als drei Mrd. DM (mehr als 1,53 Mrd. ?) erwartet.

Der frühere Monopolist NTT war im Juli 1999 in die inländischen Tochterfirmen NTT East und NTT West sowie die auf Fern- und Auslandsverbindungen spezialisierte Sparte NTT Communications Corp. aufgeteilt worden. In der Praxis treten die Sparten gemeinsam auf und kontrollieren noch mehr als 90 % des Ortsnetzes. Im April stellte der Konzern einen auf drei Jahre angesetzten Umbauplan vor, in dessen Mittelpunkt die Mobilfunktochter NTT Docomo und die internationale Sparte NTT Communications stehen. Sollten sich die nun erwarteten Stellenstreichungen bestätigen, würde dies eine deutliche Verschärfung der bisherigen Pläne bedeuten: Im vergangenen Jahr hatten NTT East und NTT West noch angekündigt, bis Ende des laufenden Jahres 6 500 Stellen durch freiwilliges Ausscheiden von Mitarbeitern abzubauen. Bereits im November 1999 hatten die Firmen 21 000 Entlassungen angekündigt.

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