Japanisches Mobilfunkunternehmen macht Investoren Freude
Gewinnplus von NTT Docomo liegt über den Erwartungen

Der i-Mode Dienst in Japan erfreut sich nach wie vor hoher Beliebtheit. Stark wachsende Umsätze bei mobilen Internetdiensten haben den Gewinn von NTT Docomo im Geschäftsjahr 2000/2001 höher steigen lassen als von Analysten erwartet.

rtr TOKIO. Japans führendes Mobilfunkunternehmen teilte am Mittwoch in Tokio mit, der Gewinn sei binnen Jahresfrist um 45 % auf 365,5 Mrd. Yen (rund 6,5 Mrd. DM) geklettert. Von Reuters befragte Analysten hatten zuvor im Schnitt mit einem Ergebnis von 357 Mrd. Yen gerechnet. NTT selbst hatte 309 Mrd. Yen prognostiziert. "Dies zeigt, dass Japans Markt für mobile Kommunikation weiterhin stark ist", sagte Docomo-Chef Keiji Tachikawa.

i-mode hat schon 23 Millionen Nutzer

Für das Geschäftsjahr 01/02 erwartet Docomo nunmehr einen Gewinn von 390 Mrd. Yen bei einem Umsatz von 5,3 Billionen Yen. Die Zahl der Kunden bei den mobilen Internetdiensten solle deutlich zulegen. Docomo ist einer der führenden Anbieter mobiler Internetdienste weltweit.
Den weiteren Angaben zufolge stieg der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 26 % auf 4,69 Billionen Yen. Rund 23 Mill. Kunden nutzen den Angaben zufolge mittlerweile den so genannten "i-mode"-Dienst, um mit Taschencomputern oder über das Handy im Internet zu surfen. Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2002 erwartet das nach Marktkapitalisierung größte japanische Unternehmen eigenen Angaben zufolge einen Kundenzuwachs auf annähernd 30 Millionen.

Verspäteter Einstieg in neuen Mobilfunkstandard

Nach Einschätzung von Kirk Boodry, Telekom-Analyst bei der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein, ist dies eine eher konservative Schätzung. Seine eigene Prognose lautet für Docomo auf einen Zuwachs auf 31,3 Mill. i-Mode-Kunden.
Die jüngste Entscheidung des Unternehmens, den vollen kommerziellen Start von Mobilfunkdiensten der dritten Generation von Anfang Mai auf Anfang Oktober 2001 zu verlegen, dürfte nach Einschätzung von Experten keine großen Auswirkungen auf den Gewinnausblick des Unternehmens haben. Docomo hatte Ende April mitgeteilt, die weltweit erste kommerzielle Einführung der neuen UMTS-Technik um vier Monate zu verschieben. 3G-Handys und entsprechende Dienste sollen nun nach Einschätzung von DoCoMo-Chef Tachikawa Erlöse von etwa 20 Mrd. Yen zum Geschäftsjahr 2001/2002 beitragen.

Mit dem neuen Mobilfunkstandard UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) soll die mobile Übertragung von Text. Musik oder Video in hoher Geschwindigkeit möglich werden. Die zur Zeit in Europa eingeführten GPRS (General Packet Radio Service)-Dienste gelten als Zwischenstandard. Europäische Konkurrenten verfolgen die UMTS-Einführung von NTT Docomo insbesondere im Hinblick auf das technologische und das Marketing-Know-How intensiv.

Aktie stellte die Konkurrenz in den Schatten

Die NTT Docomo-Aktie schloss im Tokioter Börsenhandel am Mittwoch mit einem minus von 3,3 % auf 2,64 Mill. Yen. Seit Jahresbeginn hatte die Aktie mehr als ein Drittel an Wert zugelegt und war damit unter den Telekomtiteln weltweit die Aktie mit der besten Entwicklung.

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