Japanisches Mobilfunkunternehmen will offenbar mehr bieten als der deutsche Telekommunikationskonzern
NTT Docomo will nach Presseberichten der Telekom VoiceStream streitig machen

Showdown im Kampf um VoiceStream: Neben der Telekom ist nun auch NTT Docomo als Interessent im Gespräch. Bei beiden Unternehmen könnte sich der hohe Staatsanteil als hinderlich erweisen.

afp WASHINGTON. Der US-Mobilfunkkonzern VoiceStream, der als Wunschkandidat der Deutschen Telekom gilt, wird nach Informationen des Wall Street Journal (Originalbericht) zufolge auch vom japanischen Branchenriesen NTT Docomo umworben. Der japanische Konzern sei bereit, bis zu 200 $ (418 DM) je VoiceStream-Aktie zu zahlen und die Deutschen damit zu überbieten, berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag in seiner Online-Ausgabe. US-Marktgerüchten zufolge hat die Deutsche Telekom rund 180 $ je Aktie geboten. Analysten sind indessen bei beiden Bewerbern skeptisch wegen des noch hohen Staatsanteils: Konzernmutter von NTT DoCoMo ist der früherer japanische Monopolist NTT, und die Deutsche Telekom ist trotz dreier Börsengänge noch immer zu einem Großteil im Besitz des Bundes.

Ein Sprecher von NTT Docomo bestätigte dem "Wall Street Journal" ein generelles Interesse seiner Firma an einer Expansion nicht nur in Europa und Asien, sondern auch in den USA. Ins Detail gehen wollte er aber nicht.
NTT Docomo hatte zuletzt eine milliardenschwere strategische Allianz mit dem niederländischen Ex-Monopolisten KPN und der Hongkonger Gruppe Hutchison Whampoa zur Erschließung des europäischen UMTS-Marktes verkündet. Hutchison ist auch Anteilseigner von VoiceStream. Der US-Tageszeitung zufolge ist noch nicht endgültig entschieden, ob NTT DoCoMo ein Kaufangebot für den US-Konzern unterbreitet oder eine Allianz mit Hutchison anstrebt, um sich mindestens 49 Prozent an VoiceStream einzuverleiben. Bei einem Preis von 200 Dollar je Aktie würde die US-Firma mit 52 Milliarden Dollar (108,7 Milliarden Mark) bewertet.

Auch andere Telekommunikationsunternehmen haben ein Auge auf VoiceStream geworfen

Interesse an VoiceStream wird auch France Télécom und dem US-Konzern SBC Communications nachgesagt. Die Telekom-Offerte ging deutschen Presseinformationen zufolge indes bilang am weitesten. Das 1994 entstandene Unternehmen VoiceStream zählt nach eigenen Angaben rund 2,29 Millionen eigene Kunden und bietet über Tochterfirmen und Partner insgesamt 220 Millionen Menschen seine Dienste an. Das Unternehmen präsentiert sich als weltgrößter Betreiber von digitalen Mobilfunknetzen im derzeitigen GSM-Standard. Die größten Anteile halten Hutchison und die finnische Sonera. Die Firma versuchte zuletzt, mit aggressiver Werbung und der US-Schauspielerin Jamie Lee Curtis als Konzernsprecherin von sich reden zu machen.

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