Japanisches Telekom-Unternehmen mit Vorsprung bei der UMTS-Technik
NTT DoCoMo profitiert vom rasch wachsenden Mobilfunkmarkt in Japan

Obwohl Telekom-Werte weltweit einbrechen, raten Analysten in Tokio den Anlegern zu Aktien von NTT DoCoMo.

TOKIO. Obwohl Telekom-Werte weltweit einbrechen, raten Analysten in Tokio den Anlegern zu Aktien von NTT DoCoMo. Die Marktdominanz des japanischen Mobilfunk-Riesen wird nach ihrer Ansicht die Kurse langfristig steigen lassen. Viele Anleger, die den DoCoMo-Kurs dieses Jahr rapide abstürzen sahen, dürfte dieser Optimismus überraschen. Gestern gab die Aktie um 2,8 % nach, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's ihr langfristiges Kreditrating für das Unternehmen von AA Plus auf AA gesenkt hatte. Mit 2,74 Mill. Yen ist der Titel von seinem Jahreshoch bei 4,5 Mill. Yen (23 098 US-Dollar) meilenweit entfernt. Auch die Nachricht, dass DoCoMo eine Minderheitsbeteiligung an AT&T Wireless übernimmt, hat dem Kurs jüngst geschadet. Anleger befürchten, das Unternehmen werde den Deal mit einer Kapitalerhöhung finanzieren.

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Doch Analysten sehen Kurspotential, wenn auch nicht mehr so groß wie einst. Der Grund: DoCoMo kontrolliert fast 60 % des japanischen Mobilfunkmarkts, eines der gesündesten der Welt. Das Unternehmen steigert seinen Kundenstamm schneller als seine Konkurrenten und nutzt seine engen Beziehungen zu den Herstellern von Mobiltelefonen dafür, dass es die neuesten Spielereien als erstes auf den Markt bringt. Treibende Kraft hinter DoCoMos Expansion ist das stetige Wachstum seines mobilen Internet-Dienstes i-mode mit derzeit 15,2 Mill. Benutzern.

"Japan ist groß und lukrativ und beim mobilen Internet am weitesten. Und DoCoMo ist der Spitzenreiter", sagt Toshiaki Iba, Analyst bei Tokyo-Mitsubishi Securities. Für ihn ist das Unternehmen "eine Geldmaschine. Die können nicht anders als Geld verdienen."

Ibas Kursziel lautet 4,5 Mill Yen. "Selbst bei 3 Mill. ist die Aktie noch ein Schnäppchen", glaubt er. Schlüssel zu dem Wachstum, das i-mode DoCoMo beschert, ist das ansteigende Volumen an Datenpaketen, die Nutzer des Dienstes auf ihre Telefone herunter laden. Merrill Lynch zufolge stieg der Durchschnittsumsatz pro Benutzer im vergangenen Halbjahr auf 610 Yen, von 30 Yen im Halbjahr davor. In einem kürzlich veröffentlichten Report sagt der leitende Merril Lynch-Mitarbeiter Kiyohisa Ota voraus, dass das Gebührenaufkommen Anfang nächsten Jahres noch wachsen werde. Zudem bringt DoCoMo Handys auf den Markt, die Anwendungen in der Programmiersprache Java verarbeiten. Ota glaubt, dass sich die Gebühren für Datenübertragung weiter "günstig entwickeln" werden. Dies werde es DoCoMo erlauben, auch in der zweiten Hälfte seines Finanzjahres "solide Fundamentaldaten" zu zeigen.

Morgan Stanley Dean Witter stuft DoCoMo mit "Outperform" ein. Zwar verlangsamt sich in Japan der Zuwachs an Mobilfunk-Neukunden. Doch die Zahl der Kunden für mobiles Internet "wird das absolute Wachstum wahrscheinlich weiter antreiben", heißt es in einem Morgan Stanley-Report. Dem Report zufolge stieg das Wachstum der Benutzerzahlen in diesem Jahr bis September um 24 % - gegenüber 20 % in Japans Mobilfunkmarkt insgesamt.

Dennoch wird auch die DoCoMo-Aktie vom allgemeinen Pessimismus im Mobilfunksektor getroffen - obwohl DoCoMo, genau wie zwei seiner Wettbewerber, die Mobilfunklizenzen der dritten Generation umsonst bekommen wird.

Im kommenden Mai wird DoCoMo weltweit den ersten Mobilfunkdienst der dritten Generation starten. Damit wird es zum Versuchskaninchen für die komplizierte neue Technik, für die Handys erst noch entwickelt werden.

Expansion mit Hindernissen

Kurzfristig wird das Unternehmen auch durch die internationalen Expansionspläne auf die Probe gestellt, die Analysten jedoch für notwendig halten. Das Problem: Die Mutter Nippon Telegraph & Telephone (NTT) hält immer noch 67,1 % an DoCoMo. Sie widersetzt sich der Ausgabe junger Aktien, weil diese ihren Anteil mindern würde. Dadurch hat es die Tochter schwer, Aktien als Aquisitionswährung einzusetzen. Die 5 Mrd. US-Dollar-Investition in Europa finanzierte DoCoMo mit Krediten.

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