Japans Anleger weiter zurückhaltend
Nikkei könnte auf neuen Jahrestiefstwert fallen

Angesichts des Kursverfalls in den USA und verschlechterter Konjunkturperspektiven im eigenen Land sind die Erwartungen an den Tokioter Aktienmarkt gedämpft. Als Lichtblick gilt allein die Abschwächung des Yen-Wechselkurses, der Exportwerten helfen könnte.

ga TOKIO. Nach dem anhaltenden Kursverfall an den amerikanischen Aktienmärkten wird in Tokio auch für die japanischen Märkte mit einer Fortsetzung der Korrektur gerechnet. Neben den negativen externen Faktoren hat die Skepsis hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung in Japan weiter zugenommen. Der Zusammenbruch von zwei Kreditgenossenschaften belastete am Freitag nachmittag in Tokio zusätzlich die Stimmung. Einziger Lichtblick für Exportwerte ist die markante Abschwächung des Yenkurses.

Für den Nikkei-Index wird angesichts des negativen Umfelds mit Bewegungen im Bereich von 14 300 bis 15 000 Punkten (Wechselkursprognose: 111 bis 114 Yen/$) gerechnet. Ein Unterschreiten des bisherigen Jahrestiefstwertes von 14 301 Punkten (11. November) wird nicht ausgeschlossen.

Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres am 31. März 2001 hält Yoshikazu Takao, Asahi Life Management Co. und frührer Chef-Ökonom von Nomura Securities, sogar eine Annäherung an die 13 000 Punktemarke für möglich, was Japans Finanzsystem vor eine erneute schwere Belastungsprobe stellen würde.

Verkaufsdruck durch nicht-japanische Investoren

Takao begründet diese Einschätzung mit der in den Daten zur Wirtschaftsentwicklung im dritten Quartal und dem Geschäftsklima im Dezember sichtbar gewordenen Konjunkturabschwächung und der sich verstärkenden Unsicherheit hinsichtlich der Ertragsentwicklung, die von der überwiegenden Zahl der Unternehmen allerdings noch ausgesprochen optimistisch gesehen wird. Hinzu komme, so Takao, der Abgabedruck durch die anhaltende Auflösung von gegenseitigen Beteiligungen und der starke Verkaufsdruck durch nicht-japanische Investoren.

Wichtige Ereignisse in Japan sind in dieser Woche die Erklärungen der Bank von Japan zur Wirtschaftslage (Monatsbericht am Montag, Pressekonferenz des Gouverneurs am Dienstag) sowie die Vorlage des Haushaltsentwurfs des Finanzministeriums am Mittwoch mit Angaben zur Neuverschuldung.

Kaufempfehlungen werden von japanischen und internationalen Brokeranalysten zum Beispiel für CMK, Japans führenden Hersteller von Schaltplatten (printed circuit boards) für Konsum- und Investitionsgüter-Elektronik gegeben. BNP Paribas Securities stuft CMK als "outperformer" ein (Schlusskurs am 15.12.: 1 705 Yen). Auch Japans führender Anbieter von Universal-Sicherheits-Dienstleistungen Secom wird empfohlen, und zwar durch Kokusai Asset Management (Schlusskurs am 15.12.: 7 700 Yen). Den Nasdaq Japan-Wert F&M, der insbesondere für Versicherungs-Außendienst-Mitarbeiter Verwaltungs-Dienstleistungen anbietet, wird von HSBC Securities empfohlen. In zwölf Monaten könne F&M um 15% über der Topix-Entwicklung stehen, hieß es (Schlusskurs am 15.12.: 2,7 Mill. Yen). Die Aktien der Gesellschaft Sumitomo Bakelite, eines führenden Kunststoffherstellers mit wachsendem Engagement in der Elektronikindustrie, empfehlen die Analysten der US-Investmentbank Morgan Stanley als "outperformer".

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