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Japans größter Mobilfunkanbieter geht in Europa an den Start

Durch die Gründung einer eigenen Tochtergesellschaft in Großbritannien und einem Joint Venture mit dem niederländischen Mobilfunkanbieter KPN Mobile will NTT DoCoMo auf den europäischen Märkten Fuß fassen. In Japan feiert der mobile NTT-Internetzugang "i-mode" große Erfolge.

HB TOKIO. Der mit über 30 Mill. Kunden größte japanische Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo, Tokio, wird ein europäisches Tochterunternehmen mit Sitz in Großbritannien gründen. Wie das Unternehmen bekannt gab, wird die Tochter voraussichtlich DoCoMo Europe (UK) heißen. Außerdem will NTT DoCoMo ein Entwicklungszentrum in München aufbauen.

Die geplante DoCoMo Europe Ltd., London, soll vorerst mit zehn Mitarbeitern vorrangig für den Kontakt zu den europäischen Partnern KPN Mobile und Hutchinson 3G UK Holdings zuständig sein und sich mit der Entwicklung neuer Geschäftsfelder für Multimedia-Dienste und UMTS-Technik befassen.

Der geplante Entwicklungsstützpunkt in Deutschland, die DoCoMo Communications Laboratories Europe, wird sich mit der Infrastruktur für den kommenden Mobil-Telekomstandard, Sicherheitstechnik und der Entwicklung der nächsten Generation von Chip-Karten zur Identifikation des Telefonvertragspartners (Universal Subscriber Indentifikation Module) befassen. Der Entwicklungsstützpunkt solle, so sagte eine NTT DoCoMo Unternehmenssprecherin gegenüber dem Handelsblatt, anfangs 10 und mittelfristig rund 30 Mitarbeiter beschäftigen.

Bereits zu einem früheren Zeitpunkt hatte NTT DoCoMo die Zusammenarbeit mit dem holländischen Mobilfunkanbieter KPN-Mobile angekündigt, an dem NTT eine Beteiligung in Höhe von rund 15 % hält.

Beide Unternehmen wollen basierend auf der NTT-Internet-Zugangstechnik "i-mode" mobile Internetdienstleistungen für Handys anbieten. Hierzu wurde zwischen NTT DoCoMo und der KPN Mobile N.V. jetzt eine Absichtserklärung unterzeichnet, wonach gemeinsam die Gründung eines Joint-Ventures für die Einführung des "i-mode"-Systems in Europa geprüft werden soll.

Sollte es zur Gründung dieses Gemeinschaftsunternehmens kommen, will NTT DoCoMo mit diesem Unternehmen einen Lizenzvertrag über die Bereitstellung der erforderlichen Technologien abschliessen.

Im Rahmen der jetzt vereinbarten Prüfung der Gründung dieses Joint-Ventures geht es inbesondere um Marketingstrategien sowie die System-Konfiguration, um diesen Dienst dann europäischen Mobil-Telekomgesellschaften anbieten zu können. Hierbei wird auch die Beteiligung weiterer Partner erwogen.

NTT DoCoMo-Präsident Keiji Tachikawa deutete außerdem an, dass nach der geplanten Börseneinführung der KPN Mobile N.V. ein Teil der NTT-Beteiligung verkauft werden könnte. Früher oder später, so Tachikawa, werde bei diesen Beteiligungen mit Sicherheit ein Verkaufserlös erzielt werden können, der über der ursprünglichen Investition liege. Er denke nicht an den vollständigen Verkauf der Beteiligungen. Entsprechend der Entwicklung werde es aber möglich sein, das ursprünglich investierte Kapital mittelfristig wieder zu mobilisieren, sagte Tachikawa.

In Japan konnte NTT DoCoMo die Zahl der Mobil-Telekomteilnehmer bis Ende September auf 32,6 Millionen steigern. Hiervon nutzen 12,6 Mill. die "i-Mode"-Dienste. Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres 2000/01 (31.3.) soll die Zahl der Teilnehmer auf 33,4 Mill., hiervon 13,7 Mill. "i-mode"-Nutzer, gesteigert werden. Angesichts des anhaltenden Wachstums erklärte NTT DoCoMo-Präsident Tachikawa, bei Vorlage der Geschäftsdaten für das erste Halbjahr im kommenden Monat wolle er die Prognosen für das Gesamtjahr nach oben korrigieren. Daneben äußerte Tachikawa die Erwartung, dass es NTT DoCoMo gelingen werde, im vierten Jahr nach der für Mai 2001 in Japan geplanten Markteinführung des UMTS/IMT-2000-Mobiltelekomsystems schwarze Zahlen zu schreiben. Für die erforderlichen Infrastruktur sind Investitionen von umgerechnet rund 10 Mrd. EUR vorgesehen.

Unterdessen hat die japanische Regierung angekündigt weitere Anteile an der NTT DoCoMo-Muttergesellschaft Nippon Telegraph & Telephone (NTT) zu verkaufen. Zusammen mit 300 000 neuen Aktien sollen Anteile im Wert von 14,1 Mrd. Dollar angeboten werden.

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