Japans Nummer zwei fusioniert mit Konkurrenten Daiko und Yomiko
Hakuhodo steigt zur achtgrößten Werbeagentur der Welt auf

Japans zweitgrößte Werbeagentur Hakuhodo Inc. fusioniert mit den beiden kleineren Konkurrenten Daiko Advertising Inc. und Yomiko Advertising Inc. zur achtgrößten Werbeagentur weltweit.

Bloomberg TOKIO. Die drei Agenturen haben im vergangenen Geschäftsjahr zusammen einen Umsatz von mehr als einer Billion Yen (8,1 Mrd. Euro) erzielt, rund drei Fünftel vom Umsatz des Marktführers Dentsu. Toshio Miyagawa, Präsident und Vorstandsvorsitzender von Hakuhodo, kündigte an, dass die neue Gesellschaft an die Börse gehen werde.

Die Ankündigung der Fusion erfolgt in einer für Werbeagenturen schwierigen Zeit. Großkunden wie Japan Telecom Holding Co. und Kirin Brewery Co. streichen ihre Werbebudgets zusammen, weil Japan sich auf die vierte Rezession innerhalb eines Jahrzehnts zu bewegt.

"Die neue Allianz bedeutet weitere Schwierigkeiten für Dentsu, weil der sowieso schon schrumpfende Anzeigenmarkt noch härter umkämpft sein wird", erklärte Monika Brown, Händlerin bei Loomis Sayles & Co. in San Francisco. "Das wird langfristig sicher auf die Margen von Dentsu drücken."

Die Aktien von Dentsu verloren auf die Nachricht hin in der Spitze bis zu 6,1 % und schlossen 4,8 % niedriger bei 376 000 Yen. Das Handelsvolumen lag fast siebenmal höher als der Dreimonats-Durchschnitt. In diesem Jahr haben Dentsu-Aktien mehr als ein Drittel ihres Wertes eingebüßt, verglichen mit einem Minus von 13 % beim Benchmarkindex Nikkei 225.

"Wir wollen die Aktien des neuen Unternehmens so schnell wie möglich an die Börse bringen", erklärte Miyagawa auf einer Pressekonferenz. Hakuhodo, die fünftgrößte Agentur Japans, muss mit den Fusionspartnern Daiko und Yomiko noch verhandeln, wer wie viele Anteile an der neuen Gesellschaft erhalten soll. Einzelheiten will Hakuhodo Anfang nächsten Jahres bekannt geben.

"Wir arbeiten noch an den Details" der Aktienplatzierung, äußerte Hakuhodo-Sprecher Jiro Terajima. "Wir wissen noch nicht, ob wir die Konsortialführung Nikko Salomon (Smith übertragen oder einer anderen Investmentbank. Das wird erst noch entschieden." Hakuhodo wollte ursprünglich Ende nächsten Jahres an die Börse gehen.

Marktführer Dentsu berichtete im November einen Gewinneinbruch von etwa 25 % auf 23,5 Mrd. Yen. In einer am Montag veröffentlichten Analyse reduzierte Nikko Salomon Smith Barney seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr von Dentsu auf 47,5 Mrd. $. Dabei geht die Investmentbank davon aus, dass der japanische Anzeigenmarkt um 4,7 % gegenüber dem Vorjahr schrumpft.

Im letzten Geschäftsjahr erzielte Dentsu ein Betriebsergebnis vor Steuern von 59,7 Mrd. Yen. Im September lag die Nachfrage nach Reklame 2,3 % niedriger als im August, wie aus Zahlen der Regierung hervorgeht. Damit schrumpfte der Markt in vier der ersten neun Monate. Die Nachricht von der Fusion "ist einer der Gründe, warum wir unsere Gewinnprognose gesenkt haben, weil wir damit rechnen, dass Dentsu nicht mehr so schnell wachsen wird", erläuterte Kenichiro Yoshida, Analyst bei Nikko Salomon. Der Zusammenschluss der drei Agenturen "bedeutet stärkere Konkurrenz für Dentsu."

Quelle: Handelsblatt

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