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Japans Wirtschaftsminister stärkt Mori den Rücken

In Japan hat Wirtschaftsminister Taro Aso am Dienstag Position für den unpopulären Ministerpräsidenten Yoshiro Mori bezogen.

rtr TOKIO. Das gesamte Kabinett - und nicht Mori allein - sei für die Einbußen der Regierung in der Wählergunst verantwortlich, sagte Aso in Tokio. In Japan werden die Forderungen nach dem Rücktritt Moris immer lauter. Einem Zeitungsbericht zufolge sollte der Regierungschef am Dienstag mit führenden Politikern seiner Liberaldemokratischen Partei (LDP) zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. In einer neuen Meinungsumfrage büßte Mori weiter an Popularität ein.

Spekuliert wird derzeit über einen möglichen Rücktritt Moris im März, um die Aussichten der LDP bei den Oberhauswahlen im Juli zu verbessern. Mori selbst hatte am Montag Rücktrittsforderungen abgelehnt. Die Tageszeitung Mainichi Shimbun berichtete am Dienstag, Mori werde mit seinem Parteikollegen Hiromu Nonaka und dem LDP-Politik-Chef Shizuka Kamei über die Krise beraten. Nonaka gilt als einer der einflussreichsten Politiker in der LDP und wurde bereits als Moris Nachfolger gehandelt.

In einer neuen Umfrage des japanischen Senders "Nippon Television" sprachen sich 82,4 % der Befragten für einen Rücktritt Moris aus. Lediglich 5,3 % der Umfrageteilnehmer sagten, Mori solle im Amt bleiben. In einer am Montag veröffentlichten Umfrage hatten 71 % der Befragten Moris Rücktritt gefordert.

Zuletzt war Mori in die Kritik geraten, weil er trotz der Nachrichten vom Untergang eines japanischen Schiffs vor Hawaii seine Golf-Partie fortgesetzt hatte. In der Vergangenheit hat sich Mori immer wieder politische Patzer geleistet, die ihn zu einem der unbeliebtesten Ministerpräsidenten seines Landes gemacht haben. Zudem sollen ranghohe Regierungsmitglieder in Schmiergeld-Affären verwickelt gewesen sein. Auch Asos Vorgänger Fukushiro Nukaga war im Januar wegen einer Bestechungsaffäre zurückgetreten.

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