Jara in Not
Lautern schießt den HSV tiefer in die Krise

Der 1. FC Kaiserslautern hat den Hamburger SV im Duell der "Europapokal-Versager" mit 4:0 (1:0) nach Hause geschickt.

HB KAISERSLAUTERN. Während FCK-Coach Erik Gerets nach dem Torfestival wieder ruhig arbeiten kann, droht seinem umstrittenen HSV-Kollegen Kurt Jara nach dem Debakel im Fritz-Walter-Stadion die Entlassung. Vor 38 000 Zuschauern trafen am Sonntag Lucien Mettomo (37.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor sowie Miroslav Klose (62./Foulelfmeter, 75.) und Christian Timm (74.) zum erst zweiten Lauterer Heimsieg dieser Saison. Die Norddeutschen, die nach dem 0:3 im Uefa-Pokal bei Dnjepr Dnjepropetrowsk die zweite deftige Pleite binnen vier Tagen erlitten, warten weiter auf den ersten Auswärtssieg seit dem 30. November 2002.

"Die Organisation hat gestimmt. Ich bin froh über unsere vier Tore und ich freue mich darüber, auch wenn der HSV eine so hohe Niederlage nicht verdient hat", betonte Erik Gerets. Dass Jara nun noch mehr in die Diskussion gerät, nannte der Belgier eine "Hexenjagd", an die er sich noch gewöhnen müsse. Jara, der erst versehentlich vom 4:0-Sieg sprach, meinte enttäuscht: "Nach einem 0:4 brauchen wir nicht viel zu lamentieren, auch wenn einige Schiedsrichter-Entscheidungen das Spiel negativ für uns beeinflusst haben." Abwehrspieler Bastian Reinhardt bezog klar Stellung: "Am Trainer liegt es nicht. Jeder muss sich bei uns an die eigene Nase fassen. Wir haben zwei traumatische Erlebnisse mit sieben Gegentreffern hinter uns. Schlimmer geht es nicht."

Beide Trainer hatten ihre Mannschaften auf mehreren Positionen umgestellt. Beim HSV, der als Strafaktion nach dem Uefa-Pokal-K.o. die 650 km in die Pfalz per Bus reiste, nahm Jara vier Umstellungen vor. Gerets brachte drei Neue. Seine Akteure setzten die Gäste sofort unter Druck und hätten durch Vratislav Lokvenc' Pfosten-Kopfball (7.) beinahe die Führung erzielt. Die Hamburger erwachten erst nach Mehdi Mahdavikias Pfosten-Knaller (17.) aus ihrer Lethargie und gestalteten die Partie nun offener.

Danach hatten beide Teams Glück. Erst rettete bei Kloses Kopfball die Latte (20.), im Gegenzug wehrte FCK-Keeper Tim Wiese den Ball bei Bernardo Romeos Schuss knapp außerhalb des Strafraumes ab. Aber der schwache Referee Lutz-Michael Fröhlich (Berlin) erkante dies nicht. In einem munteren Schlagabtausch hatten beide Clubs weitere Chancen, doch nur der Kameruner Mettomo traf bis zur Pause.

Nach dem Wechsel verstärkte der HSV seine Angriffsbemühungen. Jara brachte Naohiro Takahara als zweiten Stürmer neben Romeo, der zuvor das 1:1 ebenso knapp verpasste (47.) wie Mahdavikia (52.) und Sergej Barbarez (58.). Und das rächte sich bitter: Klose, der zuvor im Strafraum gefallen war, bedankte sich für das Elfmeter-Geschenk mit dem erlösenden 2:0. Damit war der Widerstand der Hanseaten gebrochen. Timm und Klose mit seinem fünften Saisontreffer konnten gegen die nun erneut total einbrechenden Gäste noch einiges für das Torkonto tun.

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